Auf den Trampelpfaden der Pinneberger Wasserbüffel

Entspannte Wasserbüffel
Wasserbüffel

Wasserbüffel. An was denkst Du da als erstes? Ich habe automatisch das Bild eines großen schwarzen Tieres mit verdammt großen Hörnern vor Augen, das mit seiner großen Herde durch eine versumpfte Steppe stapft. Ganz sicher nicht würde ich damit rechnen, dass sich eine nicht grade kleine Herde in der Nähe von Pinneberg tummelt.

Aber man lernt ja nie aus: es gibt sie tatsächlich. 19 junge Fersen im Alter zwischen einem und drei Jahren beweiden und pflegen eine Ausgleichsfläche im Norden des Kloevensteens. Die Fläche eignet sich besonders gut für die jungen Wasserbüffel, da sie sich bis zum letzten, sehr trockenen Jahr immer wieder in eine Sumpflandschaft verwandelt hat. Normale Rinder sind zum einen sehr schwer, wodurch der Boden stark verdichtet wird, zum anderen fühlen sie sich im Matsch bei weitem nicht so wohl wie die Büffel. Durch die Form der Wasserbüffelhufe wird der Boden zudem wieder aufgerissen. Auf den Tieren lastet eine weitere Hoffnung: die Weidefläche ist über und über mit Binsen bewachsen, die normale Rinder verschmähen. Dadurch verdrängen die Binsen die übrige Pflanzen- und daraus folgend auch die Tierwelt. Für die Wasserbüffel sind die jungen Binsen dagegen ein Leckerbissen, an dem gern geknabbert wird. Sollten sie dadurch in Schach gehalten werden können, könnte sich auf der Ausgleichsfläche der Stadt Pinneberg wieder zu einem vielseitigen Lebensraum werden.

Wasserbüffel holt sich Streicheleinheiten ab

Am Samstag, den 1. Juni fand gemeinsam mit dem Regionalpark Wedeler Au ein Tag der offenen Weide statt. Neben der Möglichkeit, die Wursterzeugnisse zu probieren, konnten die Besucher das Areal erkunden und auch die Herde näher kennen lernen. Begleitet wurde man dabei von den Besitzern der Herde, der Familie Petr. Die Tiere stehen größeren Menschengruppen etwas skeptisch gegenüber, sind allerdings auch sehr neugierig, wodurch sich dann auch die Chance für uns ergab, mal einen Wasserbüffel zu streicheln. Das Fell ist erstaunlich hart und von der Struktur vergleichbar mit der eines Pferdeschweifes. Macht man ja nun auch nicht alle Tage…

Kuscheltiere sind Wasserbüffel aber nicht. Die Hörner wachsen zwar erst mit der Zeit, doch auch die kleinen Hörner der jungen Fersen können ganz schön weh tun. Die Büffel äußern ihren Unmut gegenüber ihren Artgenossen durch Kopfstöße. Durch ihre starken Schädelplatten, einen stabilen Brustkorb und die 2 Zentimeter dicke Haut sind sie dagegen gut gewappnet – wie es bei Ihnen dagegen aussieht, wissen Sie ja selber. Daher sollte man nicht vergessen, dass man es mit Fluchttieren zu tun hat. 

Für den Besuchstag waren die Tiere in den vorderen Bereich des Areals gebracht worden, hatten aber genug Platz, der Besuchergruppe aus dem Weg zu gehen oder auch ein ausgiebiges Matschbad zwischendurch zu nehmen.

Text und Bilder JG

Ein Samstag voller Standarbeit

Installation von Wedel im Wandel

Wie heißt es so schön: wenn es kommt, dann alles auf einmal! Das traf auf jeden Fall auf Samstag, den 25. Mai zu. Nicht nur fand zum zweiten Mal das Wedeler Repair Café statt, auch in der Wedeler Kulturnacht öffneten Wedeler Institutionen ihre Türen für zahlreiche Besucher. Wedel im Wandel und seine Netzwerkpartner durften dabei natürlich nicht fehlen. Und da ja nicht nur in Wedel der Bär los sein kann, fanden am Vormittag in Halstenbek die Naturtage statt.

Auf den Halstenbeker Naturtagen haben unsere Netzwerkpartner Regionalpark Wedeler Au und Sheetkladde ihre Arbeit präsentiert. Zwischen NABU, Imkerverein und Pflanzenverkaufsständen haben sie natürlich gut ins Bild gepasst. Auch wenn es zwischenzeitlich öfter nach Regen aussah und ab und an die Banner vom Winde verwehten war es ein erfolgreicher Morgen, zumindest was das Netzwerken angeht. Die Fahrradkarte des Regionalparks, mit der man das ganze Gebiet hervorragend erkunden kann, war sehr gefragt. Auch Sheetkladde war mit dem Vormittag zufrieden. Vor allem für Bene, Leiter des Projekts und angehender Lehrer, war es spannend, auf mehrere Lehrer*innen zu treffen, die von dem Projekt gehört hatten und es selber mit ihren Schülern ausprobieren wollten. Die Spenden, die Sheetkladde für ihre Recyclingblöcke erhielt, kamen heute dem Regionalpark zugute.

Gegen 17 Uhr ging es in der Stadtbücherei Wedel weiter. Für Wedel im Wandel hielt Ute mit tatkräftiger Familienunterstützung die Fahnen hoch, flankiert wurde sie von Sheetkladde, die zum Glück flexibel auch am Wedel im Wandel-Stand einsetzbar waren. 

Installation von Wedel im Wandel

Die Installation am Stand war auf jeden Fall ein Blickfang: jede Wandelgruppe und bereits erfolgreich stattgefundene Veranstaltungen hatten ihren Platz an den Leinen gefunden, die zwischen wunderbar verwitterten Ästen gespannt waren. Auf einem Flipchart konnten die Wedeler*innen ihre Wünsche für Wedel äußern und sich natürlich auch miteinander und uns austauschen. Wir hoffen, einige von ihnen bald bei einem Freitagstreffen wieder zu sehen!

Die Kulturnacht war eine tolle Möglichkeit, sich im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit auszuprobieren. Neben Anregungen der Wedeler Bevölkerung haben wir auch gelernt, was wir noch brauchen könnten, um uns besser zu präsentieren. Es gibt immer was zu tun, darum werden wir auch hier so weitermachen wie bisher:

Bisherige Veranstaltungen in der Installation

Einfach mal anfangen und machen!

Text und Bilder JG

Besuch auf dem Haidehof

leicht geöffnetes Scheunentor
Leicht geöffnetes Scheunentor

Bei herrlichem Sommerwetter zeigte sich am 18. Mai der Haidehof von seiner ganzen Idylle. Am Tag der offen Tür stellte sich das neue Projekt der „Regenerativen Landwirtschaft“ vor.

Schon ganz bald können hier erzeugte Nahrungsmittel samstags im Hofladen erstanden werden. Es soll auch die Möglichkeit geben, eine Gemüsekiste zu beziehen, die am Haidehof und einem anderen Standort wöchentlich abgeholt werden kann. Schon heute konnten vorgezogene Tomatenpflanzen für den eigenen Garten erworben werden. Es standen die unterschiedlichsten Sorten zur Auswahl. Tomaten müssen doch wirklich nicht nur rot und rund sein…

Petersilie und Minze als Tischdeko

Kaffee, Wasser, Saft und Kuchen gegen Spende standen für alle Besucher bereit. Man konnte über den Hof schlendern, sich alles anzuschauen oder sich ein ruhiges Plätzchen suchen und ein wenig klönen. Natürlich gab es die Möglichkeit, sich einer der Führungen zu den Gemüsefeldern anzuschließen und etwas über das Projekt zu erfahren. Ich habe es wie folgt verstanden:

Das Konzept die „Regenerative Landwirtschaft“ hat es zum Ziel, dass der Boden durch die Bepflanzung über die Jahre an Qualität gewinnt und nicht verliert. Dabei kommen natürlich keine künstlichen Dünger zum Einsatz. Auch wird der Boden nicht im herkömmlichen Sinne bearbeitet. Denn durch ein Umbrechen oder Pflügen werden die Bodenlebewesen empfindlich gestört. Die Wurzeln werden nach der Ernte im Boden belassen und der Boden mit nicht benötigen Pflanzenteilen gemulcht. Dieses wirklich nachhaltige Gärtnern haben sich die Quereinsteiger durch Mitarbeit in vergleichbaren Projekten rund um den Globus angeeignet. Auch hilft ein weltweites Netzwerk beim Austausch und suchen von Problemlösungen. 

Gewächshaus mit Zöglingen

In einem derzeit noch provisorischen Gewächshaus werden die Gemüsepflanzen vorgezogen, bevor sie in die 10 m langen und 5 m breiten Beetstreifen gepflanzt werden. Dabei werden die Pflanzen möglichst dicht aneinandergesetzt, so dass Unkräuter nicht gut dazwischen hochkommen und nicht so viel Feuchtigkeit verdunstet. Die Bewässerung erfolgt mit Sprinkleranlagen. Jeder Standort hat seine Besonderheiten und nun gilt es für die derzeit zwei fest angestellten Gärtnerinnen herauszufinden, wie sie die optimalen Bedingungen für das Gemüse schaffen können. Ziel ist es, in drei bis vier Jahren schwarze Zahlen zu schreiben und die gängigen Gemüse im Sortiment zu haben.

Beet mit Jungpflanzen

Die ersten Kühe mit ihren Kälbern sind auch schon da. Sie werden in kurzen Abständen umgeweidet, damit sich das Gras regenerieren kann. Sobald der mobile Hühnerauslauf genehmigt ist, soll er den Kühen folgen. Die Hühner werden dann die Kuhfladen auseinanderscharren, sich an den Maden und Käfern erfreuen und den Mist gleichmäßig verteilen. Dadurch wird der Weideboden sukzessive verbessert.

Es handelt sich bei der regenerativen Landwirtschaft als um keine eigene Methode, sondern stellt den Versuch dar, einen optimalen und echten nachhaltigen Anbau von Lebensmitteln zu ermöglichen. Dabei fließen Elemente der Permakultur, dem Ökolandbau und weiteren Richtungen mit ein.

Ein super spannendes Projekt und ich drücke allen Beteiligten die Daumen für ein erfolgreiches Gelingen!

Autor: SP (Text und Bilder)

Kinder auf Pflug

Von der Blüte zur Frucht

Blüten am Baum

Weiße Blüten vor blauem Himmel – die Streuobstwiese zeigte sich von Ihrer ganzen Frühlingspracht als sich eine Gruppe interessierter Menschen am 8. April um 17 Uhr zu dem Vortrag „Von der Blüte zur Frucht“ von der Biologin Heike Henning traf.

Einige der Bäume streckten uns ihre weißen Blüten entgegen, andere hingegen zeigten noch ihre Knospen. Gleich zu Beginn erfuhren wir, dass Apfel, Birne, Zwetsche, Mirabelle und Kirsche zur Familie der Rosengewächse gehören. Wer hätte das gedacht – obwohl, schön wie Rosen sind sie ja alle mal! 

Blüten und Knospen am Baum

Ob man anhand der Blüte erkennen kann, was nachher daraus wird? Erst einmal gab es eine Gemeinsamkeit festzustellen: Alle Blüten weisen jeweils fünf weiße Blütenblätter auf. Da müssen wir wohl ein wenig weiter in die Details einsteigen. Wir halten verschiedene Blüten in den Händen und lernen wie eine Blüte beschaffen ist und aus welchem Teil der Blüte nachher die Frucht entsteht. Ja, und hier ist ein Unterschied zu finden: Die Blüte von Steinobst (Kirsche, Zwetsche) sieht anders aus als die von Kernobst (Apfel, Birne). Weitere Hinweise geben dann die Rindenstruktur des Baumstamms und die Anordnung der Blüten am Zweig. Die Kirsche hat beispielsweise eine quergestreifte Rindenstruktur und die Blüten sind am Ende von längeren Stielen (in der Fachsprache: Dolden) zu finden.

Blütenbestimmung mit Bestimmungsbuch

Die Apfel- und Birnenbäume sind übrigens mit Ihrer Blüte etwas später im Jahr an der Reihe als Schlehen, Mirabellen und Kirschen. So konnten wir wunderschöne rosa Knospen bewundern, die in das zarte Grün der ersten Laubblätter gebettet waren und haben dabei noch einen Unterschied gefunden: Die Bäume von Kernobst schieben zuerst Laubblätter und dann Blüten. Beim Steinobst bilden sich hingegen zuerst die Blüten. Nur ein einziger Birnenbaum auf der Wiese hatte schon ein paar Blüten geöffnet. Doch das reichte uns ja aus, um den Unterschied zwischen Stein- und Kernobst erfahren zu können.

Knospen kurz vor der Öffnung

Insgesamt war sehr viel mehr als ein Vortrag, es war ein Erlebnis mit allen Sinnen! Die meisten Blüten haben übrigens ein leichtes Mandelaroma, denn die Neugierigen unter uns haben die Blüten auch verkostet.

Vielen Dank für diesen tollen, interessanten und wissensreichen Abend!

Autor: SP, Fotos: JK

Gemeinschaftsprojekt “Wedel i(s)st regional”

Installation von Wedel im Wandel bei Ausstellung im Rathaus

Bei der am 6. November 2018 eröffneten Ausstellung im Rathaus konnten die Ergebnisse der vielen Akteure und Aktionen bestaunt werden, die in den letzten Monaten zum Thema „Klima und Ernährung“ in Wedel durchgeführt wurden. Auch Wedel im Wandel war mit einer Installation dabei. 

Installation von Wedel im Wandel bei Ausstellung im Rathaus
Logo Wedel is(s)t regional in pink mit Beere

Am Tag der Ausstellungseröffnung präsentierten wir unsere Aktionen, beantworteten Fragen und stellten den Wedelern Fragen. Wir würden nämlich gerne wissen, ob Wedeler BügerInnen gerne in Wedel wohnen, was ihnen gefällt, was ihnen fehlt und was sie sich für Wedel wünschen.

Weitere Information und Bilder zum Projekt „Wedel i(s)t regional“ findest du auf den Seiten der Stadt Wedel:

Autor: SP und Fotos RD und Wolf Danehl