Das Problem mit dem Perfektionismus

Das Problem mit dem Perfektionismus

“Wenn du was machst, dann mach es richtig.”

“Allein wirst du die Welt auch nicht retten können.”

“Das Handeln des Einzelnen hat doch eh keine Auswirkungen. Da muss die Politik was ändern.”

Jeder, der sich mit dem Klimawandel, Umweltschutz oder ökologischer Lebensweise auseinander setzt, hat sicherlich einen, wenn nicht alle dieser Sprüche in irgendeiner Weise gehört. Ich auch. Teilweise hintereinander weg. Und dann? Dann kommst Du geknickt nach Hause, willst Dich nur noch unter der Decke verstecken und morgen nicht mehr aufstehen. Bringt ja eh alles nichts…

… aber das ist falsch! Stell Dir vor was wäre, wenn tausende, Millionen Menschen so denken würden wie Du – sei es, dass sie jetzt vegan(er) essen, nicht mehr fliegen, ihr Auto verkaufen, nur noch bio und fairtrade einkaufen möchten. Und jeder sagt ihnen: “Das bringt doch eh nichts!”. Und keiner von ihnen glaubt es. Auf einmal ist es nicht mehr der Einzelne, der handelt und versucht die Welt zu retten – sondern tausende. Tausende Autos weniger, tausende Fluggäste weniger, tausend Veganer (oder Vegetarier) mehr, die jetzt anderen davon erzählen können, dass das alles eigentlich gar nicht so kompliziert ist.

Aber wie ist die Reaktion der anderen? Nicht selten ein: “Gut, Du ernährst Dich jetzt vegan, aber vor Deiner Tür steht immer noch ein Auto.” Und schon wird aus dem Hochgefühl, mit dem Du von Deinen ersten zwei Monaten ohne Salami (die nicht so schwierig waren wie gedacht), ein schlechtes Gewissen, weil Du doch nicht genug tust.

Aber es ist genug. Gut, vielleicht ist es nicht perfekt, aber wer braucht schon perfekt? Wenn wir in allem, was wir tun, nach Perfektionismus streben würden, würden wir dann überhaupt jemals fertig? Natürlich muss doch eine gewisse Prise Motivation hinter Deinen Handlungen stehen, aber was ist schon perfekt? Wer entscheidet, wann was perfekt ist?

Niemand braucht perfekt, auch, wenn manche Berichte, Menschen oder soziale Netzwerke uns das gerne glauben machen wollen. Dazu gibt es die passende Aussage zum Thema Zero Waste: “Wir brauchen nicht einen, der Zero Waste perfektioniert hat. Wir brauchen viele, die Zero Waste unperfekt umsetzen!” Diese Aussage lässt sich meiner Meinung nach auf alle anderen Bereiche, die irgendwie mit nachhaltiger und ökologischer Lebensweise zusammenhängen übertragen. Denn dadurch erreichen wir in Summe viel mehr: viel weniger Müll, viel mehr Menschen, die darüber reden, viel mehr Menschen, die einen Weg “So kann es gehen” vor die Nase gesetzt bekommen.

Du möchtest Dich vegan ernähren, kannst aber auf den Käse auf der Pizza ab und an nicht verzichten? Dann tu es nicht. Achte darauf, was Du isst, aber wenn Du mal “sündigst”, gib nicht auf. Es ist mehr als andere tun.

Du fährst jeden Tag alles mit dem Fahrrad und Bus und Bahn, aber wenn das Wetter wieder fürchterlich norddeutsch ist, nimmst Du doch das Auto zum Einkaufen? Na und? Dann ist das halt einmal so. Frag vielleicht Deine Nachbarn, ob Du sie mitnehmen oder ihnen etwas mitbringen sollst. Dann lohnt sich das zumindest.

Du kaufst immer im Unverpackt-Laden oder auf dem Markt, aber gerade bist Du so müde, dass Du für morgen einfach nicht vorkochen magst? Auch, wenn das bedeutet, dass Du vielleicht Essen bestellen oder Dir etwas TO-GO mitnehmen musst? So ist das halt. In einigen Imbissen kannst Du mittlerweile Deine eigenen Behälter mitbringen – oder Du setzt Dich halt in das entsprechende Restaurant und isst da. Es gibt auch viele Möglichkeiten, wie Du Dir mittags in weniger als 10 Minuten ein leckeres, gesundes und Abfallsparendes Mittagessen zaubern kannst.

“Einfach mal anfangen” ist das Motto von Wedel im Wandel und das sollte einfach jeder mal ausprobieren. Denn sobald Du mit irgendetwas angefangen hast und merkst, wie einfach es ist oder auch dass es für Dich gerade nicht passt, kannst Du einfacher nach neuen Möglichkeiten suchen. Die eine Sache hast Du ja ausprobiert, wirst sie beibehalten oder eben nicht. Stück für Stück wächst Du in Dein nachhaltiges, ökologisches Leben und irgendwann wirst Du einen Stand erreicht haben, mit dem Du zufrieden bist. Denn das ist trotz Weltretter-Ambitionen das Wichtigste.

Lass Dich nicht unterkriegen von all denen, die sich nicht trauen anzufangen, und nicht verunsichern von all denen, die ihr Leben scheinbar schon perfektioniert haben. Irgendwann wirst Du einer Person begegnen, die sich freut, dass Du genauso handelst wie sie – oder die Du vielleicht sogar inspirieren kannst einfach mal anzufangen.

Text: JG

Es tut sich was

Es tut sich was

Wenn man jung ist, will man die Welt verändern. Das sagen die Erwachsenen manchmal. Und dann erzählen sie von Grenzen, an die wir stoßen werden. An Grenzen, an die sie gestoßen sind? Vielleicht. Grenzen, die uns aufhalten sollten? Herausforderungen, denen wir nicht gewachsen sind? Vielleicht.

Aber dann stehe ich in der Mittagspause in der Schlange vor der Essensausgabe und höre gleich zwei Schülerinnen nach ihrem veganen Mittag fragen. Und beide bekommen ihren Teller mit ihrer veganen Mahlzeit. Und alle haben gesehen, dass das geht. Dass man nur eine Nachfrage von einem klimafreundlicheren Mittag entfernt ist.

Dann fehlen Freitags auf einmal spürbar viele Schüler und jeder weiß, wo sie sind. Auf den „Fridays For Future“ Demonstrationen. Und zur gleichen Zeit sitzen Mengen an Schülern in den S-Bahnen, mit bunten Plakaten und freuen sich über erstaunte Gesichter von unwissenden Passanten. Sie freuen sich, weil sie merken, wie merkbar sie sind.

Dann ist im Klassenraum der Ärger auf einmal groß, wenn das Licht oder der Beamer über Nacht an war. Und es sind nur selten die Lehrer denen das auffällt. Wir sind es. Die Schüler.

Dann wird beim Einkaufen für das Wochenende auf einmal nicht nur auf den Preis geachtet. Jutebeutel sind jetzt angesagt, Plastiktüten ernten böse Blicke. Second-Hand Kleidung, Zahnputztabletten, kein Palmöl, wie machen wir das eigentlich Weihnachten?

Dann öffnen sich auf einmal Türen. Und nicht jeder geht durch. Zu wenige gehen durch. Und wir können auch nicht durch alle Türen gleichzeitig gehen. Und durch manche auch gar nicht. Aber die Türen sind geöffnet. Weil wir die Türen geöffnet haben.

Wenn man jung ist, will man die Welt verändern. Ja, wir wollen die Welt verändern. Und wir haben schon angefangen damit.

Ich glaube, für uns ist das einfacher. Das einfach mal anfangen. Einfach mal kein Fleisch essen. Einfach mal nicht das Shampoo in der Plastikflasche kaufen. Vielleicht, weil wir noch ein bisschen naiver sind. Weil wir noch daran glauben, eine Veränderung bewirken zu können. Weil wir erst in wenigen festgefahrenen Strukturen hängen. Weil wir eine Zukunft für unsere Kinder brauchen. Weil wir vor gar nicht so langer Zeit selber noch Schneemänner gebaut haben. Weil in uns noch immer so ein großer Wunsch nach weißen Weihnachten ist. Weil uns der Raum gegeben wird, in der Schule, um zu diskutieren. Zu inspirieren. Zu lernen, voneinander und miteinander. Weil wir noch gar nicht so richtig angefangen haben zu leben. Selbstbestimmt zu leben. Und weil wir, wenn wir anfangen, alles richtig machen wollen.

Das ist nur ein ganz persönlicher Eindruck. Eine Meinung. Meine Meinung. Aber damit hat es doch angefangen, oder? Mit Meinungen und Stimmen, die laut geworden sind. 

Unser Permakultur- Garten: Die Versuche

Apfelbaum

Wie es genau begann, erinnere ich nicht mehr. Auf jeden Fall wurde uns klar, dass wir selbst mit unserem kleinen Garten plus Balkon tätig werden können. 

Mittlerweile gibt es vier kleine Teiche im Garten. Darin befinden sich kleine Fische, Amphibien und Wasserpflanzen. Auch Amseln erfrischen sich gern darin.

Teich mit Goldfischen

Gleich neben dem Insektenhotel gibt es einen Unterschlupf für Igel. (Leider wurden diese Angebote noch nicht angenommen.)

Insektenhotel
Igelunterschlupf

Das Apfelbäumchen (Goldparmäne) ist um die acht Jahre alt und hat mittlerweile einen festen Stand. In der blauen Tonne wird Regenwasser gesammelt.

Apfelbaum

Hochbeete haben wir schon zwei. Die Erde dazu kommt vom Kompost.

Hochbeet mit Tomaten
Hochbeet mit Kräutern

Auf dem Balkon ziehen wir verschiedene Pflanzen, auch um Bienen anzulocken.

Upcycling am Balkon

Im Freisitz haben wir vor, daraus ein Gewächshaus zu machen.

bunt bepflanzt

Rhabarber wächst gut und schmeckt gut.

Rhababerverarbeitung

Auch das Dach lässt sich bepflanzen. 

Vieles entwickelt sich, obwohl wir vieles noch herausfinden müssen.

Hilfe ist dabei auf jeden Fall:
Kurt Forster (2016): Mein Selbstversorger-Garten am Stadtrand. Permakultur auf kleiner Fläche

Text und Bilder: CF

Konsum – was macht glücklich?

Zähneputzen mit Birkenzucker

Wenn du dich in deiner Wohnung umschaust, was macht dich wirklich glücklich … der Flachbildfernseher, das Handy, der überfüllte Kleiderschrank?…. Wahrscheinlich machen sie dich nur einen kurzen Moment lang glücklich und werden dann zu normalen Gegenständen. Mit deinen Freunden und deiner Familie bist du bestimmt viel glücklicher. Hast du schon mal deinen Kleiderschrank aussortiert und dich anschließend befreit gefühlt? Oder hast du schon mal drüber nachgedacht, deinen Schrank auszusortieren, bist aber nicht dazu gekommen? Dann kann ich dir nur den Tipp geben, es kann total befreiend sein, dich von unnötigem Ballast zu befreien und diesen bei gemeinnützigen Organisationen für gute Zwecke abzugeben. Noch schöner ist es, wenn sich gar nicht wieder so viel Kleidung ansammelt, die nicht getragen wird. Statt mit Freunden shoppen zu gehen, ist mehr Zeit für schöne Erlebnisse, Freunde und Familie, gute Gespräche und zum Leben. Das kilngt toll, oder? Möchte dich in meine Gedankenwelt mitnehmen und dir Einblicke geben, welche Gegenstände des alltäglichen Lebens ich schon hinterfragt habe und mich gewundert habe, wie wenig sie mir genutzt haben.

Was hast du alles im Schlafzimmer stehen? Wahrscheinlich einen Kleiderschrank, so ist es zumindest bei mir. Nach meinem Auslandssemester kam ich mit zwei Koffern wieder nach Hause. Als ich dann gesehen habe, wie viele Hosen, Shirts, Pullis, Kleider, schicke Oberteile, Schaals, Mützen und so weiter ich zuhause hatte, hat sich diese Kleidung belastend angefühlt. Jede Kategorie bin ich durchgegangen und habe beschlossen, dass ein paar lange Hosen reichen sollten und ich die anderen spenden werde. Seit dem habe ich keine Hose gekauft und das soll erstmal so bleiben. Es fällt mir einfacher, mich zu entscheiden, was ich anziehen möchte, da nun meine Lieblingsstücke übersichtlich zusammenliegen, während ich vorher genauer hinschauen brauchte, was ich eigentlich im Schrank habe. Falls du dich oft fragst, was du anziehen möchtest und in einem vollen Kleiderschrank nichts findest, kann ich dir raten, Aussortieren ist gut investierte Zeit. Es befreit nicht nur den Kleiderschrank sondern auch den Kopf. Aber die größere Kunst liegt dann darin, nichts Neues zu kaufen. Falls ein Wechsel im Schrank stattfinden soll, lohnt sich ein Besuch einer Kleidertauschparty, da man dort aussortierte Kleidung mitbringt und mitnimmt, was einem gefällt. So kann sich kein Berg ansammeln.

Zähneputzen mit Birkenzucker

Wie schaut es im Badezimmer aus, hast du dort viele Plastikflaschen stehen oder schon deine DIY-Alternativen? Hast du dich schon mal gefragt, warum dein Körper Duschgel „braucht“? Bei mir ist diese Frage an mich selber schon eine Weile her, es war eine sehr Sinnvolle. Duschgel entzieht der Haut Fett, deshalb produziert diese wieder Fett, um den Verlust auszugleichen. Bei solchen Gedankenspielen überlege ich gerne, wie die Menschen früher wohl ausgekommen sind, als es noch kein Shampoo in bunten Plastikflaschen zu kaufen gab. Dabei erscheint es mir sinnig, dass der Körper viele (Pflege-)Produkte gar nicht braucht. Als ich begonnen habe meine Haut nur noch mit Wasser zu waschen, hat es sich am Anfang befremdlich angefühlt, aber nach einer Zeit habe ich die positiven Effekte wahrgenommen. Mein Körpergeruch hat abgenommen und ich fühle mich insgesamt sauberer. Mein Körper hat früher auf das Shampoo auf der Haut reagiert und sich gewehrt. Dadurch sind unschöne Gerüche entstanden. Ganz nebenbei sei hier erwähnt, dass ich die Zutatenliste auf der Packung nicht verstehe und entsprechend nicht mehr an meine Haut lassen möchte. Deo benutzte ich noch, aber nur das selbstgemachte mit Natron und lebensmittelechten Zutaten, ansonsten kommt eigentlich nichts an meine Haut. Da der Körper über die Haut Partikel aufnimmt und abgibt, möchte ich an meine Haut keine fragwürdigen Produkte mehr lassen, die anschließend in meinem Körper landen. Ähnlich schaut es bei mir mit dem Haare Waschen aus, das gestaltet sich allerdings etwas schwieriger. Je nach Region sehen meine Haare nach dem Waschen anders aus. Wenn ich mit dem Resultat nach dem Waschen nicht zufrieden bin, experimentiere ich gerne mit Roggenmehl, Essig oder Natron zum Waschen, jeweils natürlich mit Wasser vermengt. Pflegende Cremes habe ich früher schon fast nicht verwendet, da denke ich, dass mein Körper sich ohne viel Pflege von außen sehr gut mit Feuchtigkeit versorgen kann. Der menschliche Körper ist ein Wunderwerk der Natur und kann manchmal echt mehr, als ich erwartet hätte. 😉 

Aber es gibt ja noch mehr im Badezimmer, machen wir mal mit der Zahnpflege weiter. Was benutzt du, um deine Zähne gesund zu halten? Klar, es gibt biologische Zahnpasta aus dem Bioladen oder die ganz „normale“ aus dem Drogerie- oder Supermarkt. Verstehen tue ich jedoch bei beiden die Zutatenliste nicht. Nach ein paar Recherchen im Internet und ein paar Experimenten, gefällt mir der Birkenzucker am besten zum Zähneputzen. Vor dem Zähneputzen tue ich etwas Birkenzucker in meinen Mund, warte bis sich die Körner aufgelöst haben und putze mir die Zähne. Mein Zahnarzt hat mir wie immer gesagt, dass meine Zähne gut und gesund aussehen, also sehe ich keinen Grund, warum ich zu normaler Zahnpasta zurückkehren sollte. Einen Tipp noch dazu, als sich meine Weißheitszähne letztes Jahr entzündet hatten, war ich kurz davor mir eine Zahnspülung aus dem Supermarkt zu holen, aber dann kam mir der Gedanke, dass hochprozentiger Alkohol keimtötend ist. Also habe ich meinen Mund nach dem Zähneputzen mit 40%igen- Alkohol gespühlt. Die Entzündung ist erfolgreich zurückgegangen und ich war happy. 

Wenn ich weiter ans Badezimmer denke, möchte ich kurz die Frauenhygiene erwähnen. Als ich das erste mal Tampons und Binden verwendet habe, war mir gleich unwohl bei dem ganzen Müll. Durch entsprechende Suchen bin ich auf Menstruationstassen und Stoffbinden gestoßen und werde nie wieder Einwegprodukte aus Watte verwenden. Die Handhabung ist die ersten Male gewöhnungsbedürftig und benötigt ein paar Informationen, aber danach geht es ganz schnell und einfach eine Menstasse zu wechseln. Im Urlaub habe ich deutlich weniger Gepäck und ich fühle mich umweltbewusster und freier. Um bei einem Frauenthema zu bleiben, das ist zwar bestimmt Ansichtssache, aber ich fühle mich ohne Schminke im Gesicht am wohlsten und freier. Je weniger Produkte ich kaufe, desto freier und unabhängiger vom Konsumismus fühle ich mich.

So nun habe ich genug von meinem Leben geschrieben und freue mich, falls du Inspirationen in meinem Text gefunden hast. Eine kurze Bemerkung zum Schluss. Das sind meine eigenen Erfahrungen und jeder Körper reagiert anders. Deshalb ist Nachmachen auf eigene Verantwortung.

Text & Fotos Elisabeth

Besuch auf dem Haidehof

leicht geöffnetes Scheunentor
Leicht geöffnetes Scheunentor

Bei herrlichem Sommerwetter zeigte sich am 18. Mai der Haidehof von seiner ganzen Idylle. Am Tag der offen Tür stellte sich das neue Projekt der „Regenerativen Landwirtschaft“ vor.

Schon ganz bald können hier erzeugte Nahrungsmittel samstags im Hofladen erstanden werden. Es soll auch die Möglichkeit geben, eine Gemüsekiste zu beziehen, die am Haidehof und einem anderen Standort wöchentlich abgeholt werden kann. Schon heute konnten vorgezogene Tomatenpflanzen für den eigenen Garten erworben werden. Es standen die unterschiedlichsten Sorten zur Auswahl. Tomaten müssen doch wirklich nicht nur rot und rund sein…

Petersilie und Minze als Tischdeko

Kaffee, Wasser, Saft und Kuchen gegen Spende standen für alle Besucher bereit. Man konnte über den Hof schlendern, sich alles anzuschauen oder sich ein ruhiges Plätzchen suchen und ein wenig klönen. Natürlich gab es die Möglichkeit, sich einer der Führungen zu den Gemüsefeldern anzuschließen und etwas über das Projekt zu erfahren. Ich habe es wie folgt verstanden:

Das Konzept die „Regenerative Landwirtschaft“ hat es zum Ziel, dass der Boden durch die Bepflanzung über die Jahre an Qualität gewinnt und nicht verliert. Dabei kommen natürlich keine künstlichen Dünger zum Einsatz. Auch wird der Boden nicht im herkömmlichen Sinne bearbeitet. Denn durch ein Umbrechen oder Pflügen werden die Bodenlebewesen empfindlich gestört. Die Wurzeln werden nach der Ernte im Boden belassen und der Boden mit nicht benötigen Pflanzenteilen gemulcht. Dieses wirklich nachhaltige Gärtnern haben sich die Quereinsteiger durch Mitarbeit in vergleichbaren Projekten rund um den Globus angeeignet. Auch hilft ein weltweites Netzwerk beim Austausch und suchen von Problemlösungen. 

Gewächshaus mit Zöglingen

In einem derzeit noch provisorischen Gewächshaus werden die Gemüsepflanzen vorgezogen, bevor sie in die 10 m langen und 5 m breiten Beetstreifen gepflanzt werden. Dabei werden die Pflanzen möglichst dicht aneinandergesetzt, so dass Unkräuter nicht gut dazwischen hochkommen und nicht so viel Feuchtigkeit verdunstet. Die Bewässerung erfolgt mit Sprinkleranlagen. Jeder Standort hat seine Besonderheiten und nun gilt es für die derzeit zwei fest angestellten Gärtnerinnen herauszufinden, wie sie die optimalen Bedingungen für das Gemüse schaffen können. Ziel ist es, in drei bis vier Jahren schwarze Zahlen zu schreiben und die gängigen Gemüse im Sortiment zu haben.

Beet mit Jungpflanzen

Die ersten Kühe mit ihren Kälbern sind auch schon da. Sie werden in kurzen Abständen umgeweidet, damit sich das Gras regenerieren kann. Sobald der mobile Hühnerauslauf genehmigt ist, soll er den Kühen folgen. Die Hühner werden dann die Kuhfladen auseinanderscharren, sich an den Maden und Käfern erfreuen und den Mist gleichmäßig verteilen. Dadurch wird der Weideboden sukzessive verbessert.

Es handelt sich bei der regenerativen Landwirtschaft als um keine eigene Methode, sondern stellt den Versuch dar, einen optimalen und echten nachhaltigen Anbau von Lebensmitteln zu ermöglichen. Dabei fließen Elemente der Permakultur, dem Ökolandbau und weiteren Richtungen mit ein.

Ein super spannendes Projekt und ich drücke allen Beteiligten die Daumen für ein erfolgreiches Gelingen!

Autor: SP (Text und Bilder)

Kinder auf Pflug

Reparieren statt wegschmeißen

gemeinschaftliche Reparatur

Am 9. März 2018 fand in der Christuskirche an der Feldstraße das erste Repair Café in Wedel statt. Zahlreiche Helfer und handwerklich Begabte hatten sich zusammengefunden, um der „Wegwerf-Kultur“ entgegen zu wirken. Wer etwas repariert haben wollte, konnte seine Sachen vorbei bringen, ein Stück Kuchen essen und darauf warten, dass die fleißigen Tüftler dem Gegenstand ein zweites Leben schenkte.

Zahlreiche Besucher kamen und ließen die verschiedensten Sachen reparieren. Hier ein kurzer Überblick, von denen einige nur einmal, andere mehrfach vorkamen:

Keramik-Lampenschirm, Jugendstillampe, Mini-Klapptisch, Modellbahn-Lok, Wanduhr, Plattenspieler, Audio-Verstärker, Küchenmixer, Dörrgerät, Winkelschleifer, Bohrmaschine, Videorecorder, mechanische und elektronische Personenwaage, Netzteil, Puppe, Puppenschrank, Poliermaschine, Reiseschreibmaschine, Wählscheiben-Telefon, Röhrenradio, Hose, Lattenrostverstellantrieb, Kofferradio, Weltempfänger, Fernseher, Fernbedienung, mechanischer und elektronischer Wecker, Mikrowelle, Nähmaschine, Ladegerät, Pendeluhr, Staubsauger, Cassettenrecorder, Wasserkocher, Kaffeemaschine, Holzspielzeug, Föhn, Samowar.

Das nächste Repair Café findet am 25.Mai 2019 statt. Wer in irgendeiner Weise Sachen reparieren kann, ist herzlich willkommen und meldet sich am besten bei den Organisatoren unter repaircafe-wedel(äd:)christuskirche-schulau.de.

Fotos JK, Text JG

Regionaltraining Wedel mit der Transition-Initiative

Ideensammlung Transition Town Workshop
Ideensammlung Transition Town Workshop

Am 16. Und 17. Februar 2019 fand unser Transition-Town-Workshop in der VHS Wedel statt:

Wie schaffen wir einen Gesellschafts- und Kulturwandel hin zu einer lebensbejahenden, nachhaltigen und friedlichen Gesellschaft? Wie funktionieren wir eigentlich als Gruppe? Wie können wir unsere Mitmenschen abholen und für unsere Ideen begeistern? Welche Methoden können wir dafür für unsere Gruppe nutzen? 

All diesen Fragen und dem Themenschwerpunkt: „Säen-Wachsen-Ernten: Wie begeistern wir Menschen für das Gärtnern in unserer Stadt, wie kommen wir an Land und können eine nachhaltige Versorgung sichtbar machen?“ sind wir an einem Wochenende nachgegangen. Dabei wurden die 23 TeilnehmerInnen von den Transition-Trainern Silvia und Ingo mit Unterstützung der Regionalexpertin Ilona Koglin durch die zwei Tage geleitet.

Praktische Übungen zur Gruppendynamik und Methoden wechselten sich mit Informationen zu der Transition Bewegung und Grundlagen der Verhaltenstheorie ab.  Wir konnten neue Methoden, wie das „Weltcafé“ ausprobieren und gleichzeitig erste Inhalte und Ergebnisse erarbeiten.

Der Samstag durfte mit dem gemeinsamen Kochen eines Gemüsecurrys aus überwiegend regionalen und saisonalen Zutaten ausklingen.

gemeinsames Kochen Transition Town Workshop

Hier einige Blitzlichter der TeilnehmerInnen zum Workshop. Man sieht schon, er war wirklich vielseitig:

„Super! Er war aktiv, mit ganzem Körpereinsatz!“

„Es hat mir gut gefallen, weil es nicht so theoretisch war“

„Es war ein tolles Gruppengefühl – Teilnehmer sind sich nähergekommen.“

„Es war interessant zu erfahren, wie Gruppen funktionieren.“

„Die Methode Dragon-Dreaming können wir doch bei uns noch mal nutzen.“

„Regelmäßige Treffen nur zum Austausch, wie ein Stammtisch, wären toll.“

„Wir sind die „Macher“ – es braucht dazu aber auch einen Gegenpol.“

„Die Gruppen- und Beziehungsebene sind wichtig.“

„Der kurze Moment der Stille war schön! Können wir das in unsere Ankommensphase vielleicht auch übernehmen?“

„Die Gemeinschaft trägt einen.“

„Es ging mehr um Gruppenprozesse als die Transition-Town-Bewegung“.

„Ein schönes Gemeinschaftsgefühl… lebendig … hat Spaß gemacht!“

„Voller Power!“

„Das erlebte Gemeinschaftsgefühl gibt Kraft.“

„Der Kreislauf der Veränderung war interessant!“

Es wird uns ein vielseitiges, interessantes und lehrreiches Wochenende in Erinnerung bleiben. Das schöne Gruppengefühl und einige Anregungen werden wir mit in unser weiteres Schaffen nehmen.

Gruppenfoto Wedel im Wandel vom Transition Town Workshop

Text SP