Herzlich Willkommen auf unserem Blog! Hier findest Du Berichte zu unseren Veranstaltungen, Tipps und Tricks für einen nachhaltigen Alltag und Gedankenspaziergänge zu verschiedenen Themen.
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Am 15.11.23 hielt Jasper Holler, Vorstandsmitglied der Initiative „BioBoden Genossenschaft“ in der Filiale der nachhaltigen GLS Bank in Hamburg einen Vortrag. Außerdem sprach ein Gründungsmitglied des Kattendorfers Hof über seine Erfahrungen im Aufbau einer solidarischen Landwirtschaft (abgekürzt: SOLAWI genannt).
Da ich sehr beeindruckt war von den Inhalten der Vorträge und der Meinung bin, dass diese Inhalte unbedingt vielen Menschen nahe gebracht werden sollten, möchte ich hier mit meinen eigenen Worten und einigen Auszügen aus den entsprechenden Webseiten über die Vorträge berichten.

1. Vortrag von Jasper Holler, Vorstand der „BioBoden eG“
Das Konzept von BioBoden ist ganz simpel: es soll so viel wie möglich Land (und Betriebe/Höfe) in Deutschland für eine dauerhafte ökologische Landwirtschaft und Förderung der Biodiversität gesichert werden. Das heißt konkret, das BioBoden:
– selbst ökologische Landwirtschaft betreibt
– Flächen auf Veranlassung von Landwirten kauft und sie an diese Landwirte verpachtet
– Betriebe (ökologisch und konventionell bewirtschaftete Betriebe) kauft und diese in unterschiedlicher Form an Landwirte zur ökologischen Bewirtschaftung und zur Umstellung übergibt
– Hilfestellungen für die Vermarktung der Produkte erbringt
– Flächen erwirbt, um den Naturschutz, z.B. für seltene Vogelarten, zu sichern
– BioBoden stellt auch eigene Betriebsleiter für manche Höfe, wo der „alte“ nicht mehr will oder kann. Zum Teil werden die ehemaligen Betriebsleiter/Inhaber nach Übernahme (Kauf) des Hofes von BioBoden dann per Gehalt eingestellt. So Z.B. in der Pommerschen Höfegemeinschaft (Nahe Stettiner Haff), wo ein großer Hof so umgestellt wurde.
Wie werden diese Vorhaben finanziert? Durch die Mitglieder der BioBoden eG, indem diese Genossenschafts-Anteile kaufen, mindest Anteil = 1000 €. Man haftet nur mit seinem Anteil, es gibt keine Nachforderungen. Empfohlen wird, 3000 € zu investieren und zwar für 2000 Quadratmeter. Die Zahl 2.000 m² ist eine Orientierungsgröße, die überhaupt zur Ernährung eines Menschen zur Verfügung steht.
Kauf von Land und Boden: Auf Grund der begrenzten Menge an Land und der zunehmenden Spekulationen auf Boden/Land wird es immer schwerer Boden/Ackerland zu erwerben, weil die Preise oft höher sind als die Ertragsmöglichkeiten. Daher erwirbt BioBoden nur Land/Betriebe, die sich im angemessenen Kostenrahmen bewegen. Auch erwerben sie nicht selbst aktiv Land, sondern die Interessenten kommen auf sie zu. Aus dem gezeichneten Genossenschaftskapital können sukzessive landwirtschaftliche Flächen und Betriebe erworben werden.Es gibt aber auch Schenkungen oder es wird Land an BioBoden vererbt. Seit der Gründung haben BioBoden mit ihren ca. 60 Millionen Euro Genossenschaftaskapital ca. 4500 Hektar Land gesichert und fast 6850 Mitglieder haben bisher Genossenschaftsanteile gezeichnet (Stand 2023).

Organisationsstruktur/ Mitbestimmung: Wie jede Genossenschaft hat auch BioBoden neben dem zweiköpfigen Vorstand einen Aufsichtsrat, der die Arbeit des Vorstands und seines Teams begleitet. Die Mitglieder der BioBoden Genossenschaft treffen sich einmal im Jahr zur Generalversammlung. Dabei hat jedes Mitglied eine Stimme – unabhängig von der Anzahl seiner Anteile, also des eingebrachten Kapitals.
Historisches: BioBoden ist eine Ausgründung aus der GLS Bank und wurde 2015 gegründet. Historisch gesehen wurde 1993 mit den GTS Landwirtschaftsfonds die Sicherung von Land begonnen. Im Jahr 2009 kam dann die BioBodenGesellschaft (ehemals BioBoden Fonds) hinzu, deren Auftrag es ist, auf Wunsch von Landwirten Land zu kaufen und dieses an sie zu verpachten.

Unterstützung: Jasper Holler hat zum Schluss seines Vortrags betont, dass BioBoden nur dann Land erwerben kann, wenn sie auch genug Geld haben. Daher ist sein Apell an seine Mitbürger, dass sie möglichst viele Anteile zeichnen. Man kann ja schon mit dem Mindestanteil von 1000 € helfen, Land für zukünftige gesunde Lebensmittel und Biodiversität dauerhaft zu sichern.
Adresse und Kontaktdaten: BioBoden Genossenschaft, Motto „Ackerland in Bürgerhand“, Dorfstraße 58, 17321 Rothenklempenow, 0234-414702 – 00, info@bioboden.de, https://bioboden.de
2. Vortrag von Mathias v. Mirbach, Mitgründer des „Kattendorfers Hofs“
Mathias v. Mirbach, ein bodeständiger, erfahrener und sympathischer Landwirt, hat auf sehr spannende Weise von seinen Erfahrungen der Entstehung des Kattendorfers Hof im Norden von Hamburg und dem Aufbau der solidarischen Landwirtschaft berichtet.

1995 hat Herr v. Mirbach und andere den Kattendorfer Hof, der vorher konventionell bewirtschaftet wurde, übernommen. Der Hof war in einem desolaten Zustand und es war sehr viel Arbeit, diesen Hof zur Demeterqualität umzustellen. Es stellte sich heraus, dass sie nicht von dem Einnahmen aus der Landwirtschaft den Hof wirtschaftlich betreiben konnten. Immer wieder experimentierten sie daher mit neuen Ideen, dazu gehörte auch die Gründung eines Hofladens, welches aber leider auch nicht die endgültige Lösung brachte. Bis Herr v. Mirbach ca. 1998 die Idee hatte, Menschen bzw. Kunden anzusprechen, ob sie bereit sind, als Mitglieder mit einem monatlichen festen Beitrag den Hof zu unterstützen. Sie würden dafür dann einen monatlichen Ernetanteil bekommen. Diese Idee wurde begeistert aufgegriffen uns der Mitglieder wuchs in den Jahren darauf rasant. Mit dieser genialen Idee hat im Grunde genommen Herr v. Mirbach das heute bekannte Modell der „Solidarischen Landwirtschaft“ (SOLAWI) ins Leben gerufen und bis heute immer weiter ausgebaut.
Der Hof trägt sich seitdem schon lange selbst, aber für neue Projekte und dem Zukauf von Land oder Betriebsinventar brauchten sie finanzielle Hilfe, da sie selbst nicht genügend Eigenkapital hatten. Die Hilfe kam vom BioBoden, daher ist BioBoden beim Kattendorfer Hof seit einiger Zeit Anteilseigner.
Herr v. Mirbach schilderte über die zahlreichen Hindernisse, vor denen sie im Laufe der vielen Jahre immer wieder standen, aber sie konnten sie immer wieder auf kreative Weise lösen. Hierbei hat geholfen, dass er und seine Mitstreiter sich mit Herzblut und Leidenschaft für die solidarische und ökologische Landwirtschaft eingesetzt und nie aufgegeben haben. Zurzeit findet ein Generationenwechsel auf dem Hof statt und Herr v. Mirbach freut sich, dass es sehr engagierte und junge NachfolgerInnen bereits gibt. Somit hat sich der Hof zu einer Art Lebensgemeinschaft entwickelt, wo jung und alt in Eintracht zusammen leben und arbeiten.

Hier nun ein paar Fakten zum Hof. Dazu ein Zitat aus der Webseite https://kattendorfer-hof.de/:
„Der Kattendorfer Hof liegt etwa 35 km nördlich von Hamburg. Seit 1995 ist der Hof eine Betriebsgemeinschaft nach Demeter-Richtlinien. Wir arbeiten als Solidarische Landwirtschaft. Mit FoodCoops und dem Einkaufen in unseren Hofläden ermöglichen unsere Mitglieder und KundInnen mit uns gemeinsam die Bewirtschaftung des Hofes. Wir bewirtschaften mit mehr als 80 Menschen 455 Hektar, haben Kühe und Schweine. In der Hofkäserei verarbeiten wir die Milch unserer Kühe zu verschiedensten Produkten. Auf dem Feld wachsen Dinkel, Kartoffeln und andere Feldfrüchte. In der Gärtnerei wächst viel unterschiedliches knackiges Gemüse.
Wir arbeiten mit verschiedenen regionalen Kooperationsbetrieben, sodass wir auch heimischen Honig, Brot lokaler Bäckereien, Obst aus der Region u.a. anbieten.
Besonders wichtig sind uns neben der Demeter-Landwirtschaft die Regionalität unserer Produkte, das Angebot der saisonalen Lebensmittel, angemessene Bedingungen für Mensch- und Tier, die Nachhaltige Bewirtschaftung unserer Flächen und die Rücksichtnahme auf den Naturschutz, sowie kurze Produktions- und Lieferweg“
Da der Kattendorfer Hof auf dem Prinzip der solidarischen Landwirtschaft und dem damit verbundenen Ernteanteil basiert, möchte ich hierauf näher eingehen:
Ernetanteil: Es gibt verschiedene Möglichkeiten an Ernteanteilen, die den unterschiedlichen Interessen der Mitglieder entsprechen:
Ernteanteil mit Gemüse, Milchprodukten und Fleisch / Ernteanteil mit Gemüse und Fleisch / Vegetarischer Ernteanteilen / Pflanzlicher (veganer) Ernteanteil (von allen genannten Anteilen kann man auch nur halbe Mengen bekommen)
Monatliche Preise für den Ernteanteile: von 70 € bis 250 €
Die Mitglieder von SOLAWI haben mehrere Möglichkeiten ihren wöchentliche Ernetanteil zu erhalten:

1. Hofläden. Natürlich kann man direkt den Ernteanteil im wunderschönen Kattendorfer Hofladen oder dem Bad Oldesloer Hofladen abholen. Aber es gibt noch weitere Hofläden: in HH-Eimsbüttel / HH-Barmbek /
HH-Schanze / HH-Othmarschen / Gut Neverstaven / Pergolenviertel
(Nähere Infos und Adressen findet man auf deren Webseite https://kattendorfer-hof.de/hoflaeden/)
2. FoodCoops: Dann gibt es noch die Möglichkeit der FoodCoops, um seinen Ernteanteil zu beziehen. Zu den FoodCoops kann man auf der Webseite https://kattendorfer-hof.de/foodcoops/ folgendes lesen:
„Die FoodCoops sind sehr unterschiedlich. Die Abholstellen (Räume) der FoodCoops sind teils einfache Kellerräume in Einfamilienhäusern, teils größere Räumlichkeiten. Das Besondere ist, dass die Menschen in Eigeninitiative die Verteilung der Lebensmittel übernehmen. So liefern wir vom Hof die vereinbarte Menge an Hofprodukten. Also Kartoffeln und Gemüse, Fleisch und Wurst, Getreide und Milchprodukte. Es werden keine Kisten für die einzelnen Haushalte zusammengestellt. Alles kommt in großen Mengen an. Die Verteilung regelt dann die Gruppe untereinander“.
FoodCoops findet man an verschiedenen Orten: in HH-St. Pauli / Halstenbek / Klein Borstel (Sodenkamp) / Linde 3000 / HH-Norderstedt / HH-Ottensen / Pinneberg / Quickborn
(Nähere Infos und Adressen findet man auf deren Webseite https://kattendorfer-hof.de/foodcoops/)

Erntehelfer: Außer als zahlendes Mitglied kann man sich auch noch auf andere praktische Weise im Kattendorfer Hof einbringen. Z.B. als Erntehelfer. Im April gibt es immer einen Aufräumtag und im Sommer das Erdbeerfest. Besonders Hilfe benötigt der Kattendorfer Hof beim Zwiebelernten und der Möhrenernte. Genaue Termine sollte man aber vorher telefonisch erfragen.
Adresse und Kontaktdaten: Kattendorfer Hof (Demeter), Dorfstraße 1a, 24568 Kattendorf (Nähe Kaltenkirchen, im Norden von Hamburg), 04191 – 90 94 36, kontakt@kattendorfer-hof.de, https://kattendorfer-hof.de
Fazit/Abschlussworte
Die Arbeit von BioBoden eG ermöglicht gerade jungen und engagierten nachhaltig und ökologisch orientierten Landwirten überhaupt Landwirtschaft aktiv zu betreiben. Denn die meisten von ihnen haben zwar Leidenschaft und Visionen, aber i.d.R. kein oder zu wenig Eigenkapital, um einen landwirtschaftlichen Betrieb bzw. Ackerland zu erwerben. Hier schließt BioBoden wunderbar eine Lücke und trägt somit dazu bei, die Versorgung mit nachhaltigen und gesunden Lebensmitteln dauerhaft zu gewährleisten. Aber ohne engagierte Landwirte, wie z.B. Mathias v. Mirbach, die allen Widerständen zum Trotz beharrlich sich für die Vision einer nachhaltigen und ökologischen Landwirtschaft einsetzen, wäre auch der größte Landerwerb nur die halbe Miete. Beide, BioBoden und solche Landwirte, wie Mathias v. Mirbach, ergänzen sich somit optimal.
Aber ohne den Bürger bzw. Kosument, der solche Initiativen wie BioBoden mit ihrer finanziellen Unterstützung und Landwirten, wie z.B. Mathias v. Mirbach, mit ihrem Einkauf der ökologischen Produkte unterstützt, wäre der Erfolg von BioBoden und dem Kattendorfer Hof nicht denkbar. Daher verstehe ich meinen Bericht auch als Anregung und Aufruf, sich in Zukunft noch mehr durch den Einkauf von ökologischen landwirtschaftlichen Produkten und durch finanzielle Zuwendungen an Intiativen wie BioBoden eG zu beteiligen. Selbst wenn man wenig oder gar keine Mittel zur finanziellen Unterstützung hat, besteht ja immer noch die Möglichkeit, mit seiner Tatkraft zu unterstützen, z.B. als Erntehelfer auf einem Biohof. Nur mit der Beteiligung vieler wird ein langfristiger und umfassender Wandel in der Landwirtschaft möglich sein.
Der Bericht wurde am 16.11.2023 von Ralf Manthey, ralf-manthey@online.de, verfasst
Beim letzten Freitagstreffen haben wir einen kleinen Workshop abgehalten, um bei uns intern zu schauen, wo wir stehen und zu schauen, in welche Richtung wir als „Wedel im Wandel“ weiter voranschreiten möchten. Gern möchten wir Euch allen die Ergebnisse als Foto-Dokumentation zur Verfügung stellen.
Der Workshop selber hat auf jeden Fall den Teilnehmenden viel Spass gemacht und es ist auch mal wieder toll zu sehen, was wir eigentlich alles an Fähigkeiten in unserer Gruppe vereinen! Es bleibt also spannend zu sehen, was wir alles daraus weiter entwickeln können!
Im ersten Teil haben wir uns mit den folgenden Fragen beschäftigt:
– Warum bist Du bei WiW?
– Wieviel Zeit im Monat hast Du für WiW?
– Mit welchen Fähigkeiten möchtest Du Dich gerne einbringen?



Im zweiten Teil wurden Themen gesammelt, die die TeilnehmerInnen interessieren. Hier haben wir uns dann auf zwei Themen geeinigt, die wir dann in zwei Gruppen vertieft diskutiert haben.



Danke an alle Teilnehmenden für Euer Engagement, den Input und den einfach schönen Abend!
Spricht Dich eins der Themen an? Hast Du Lust Dich damit vertiefend zu beschäftigen? Juhu! Dann nimm gerne Kontakt mit uns auf!
Wedel im Wandel? Wir brauchen Carsharing!
2020 war der Straßenverkehr für ein Drittel aller CO2-Emissionen verantwortlich. Zur Erreichung unserer Klimaschutzziele müssen wir also dringend einen Umstieg vom Privat-PKW auf ÖPNV und Fahrrad realisieren.
Andererseits ist Mobilität ohne eigenes Auto auch in Wedel oft schwierig. In Ergänzung zum ÖPNV und Fahrrad braucht es daher nachhaltige, günstige und alternative Mobilitätsangebote und eines davon sollte E-Carsharing heißen.
Für die Stadt Wedel wird ein realistisches Ersetzungspotential von 8 privaten PKWs durch ein Carsharing-Fahrzeug gesehen, gerade auch Zweitwagen könnten überflüssig werden.
Im Mobilitätskonzept der Stadt wurde daher als Ziel verankert: „Das stationsgebundene Carsharing-Angebot in Wedel wird gezielt mit aktiver Unterstützung der Stadt ausgebaut.“
Wie kann Carsharing in Wedel funktionieren?
Nach Prüfung unterschiedlicher Möglichkeiten möchten wir für Wedel mit „Dorfstromer e.V.“ Carsharing nach Wedel holen.
Im Jahr 2018 gründeten Bewohner des Landkreises Stade den Dorfstromer-E-Carsharing-Verein. Nach anfänglich 3 Fahrzeugen ist mittlerweile das 26. Fahrzeug unterwegs und der Aktionsradius der stationsbasierten Angebote hat sich bis hin nach Altona ausgedehnt, mit Wentorf/ Reinbeck und Holm bahnen sich weitere Standorte an.
Neben einer besseren Umweltbilanz und einer Kostenreduktion für den Einzelnen berichten die Gemeinden und Initiatoren: Es ergibt sich ein „Wir-Gefühl“ in der Gemeinde und die Möglichkeit, sich wirksam im Hinblick auf zukunftsweisende Mobilität zu erleben.
Du willst mehr wissen?
Dann schaue dir hier unsere neue Präsentation zum Carsharing für Wedel an.
Die Verbreitung von Dorfstromer findest Du in der Interaktiven Karte
Du möchtest regelmäßig über den Stand unserer Carsharing-Initiative in Wedel informiert werden?
Dann schreibe uns an carsharing(ä)wedel-im-wandel.de
Hast Du weiterführende Ideen und möchtest Dich einbringen, schreibe uns an oder komme zu den „Wedel im Wandel“-Treffen in der Stadtbücherei an jedem 1. Freitag im Monat um 18:30 Uhr.
Im April 2023 lässt sich eine Gruppe Wedel-im-Wandler*Innen nicht von Regen und Sturm abhalten, einen Biohof im Norden von Pinneberg zu besuchen.

Da ich seit ca. zwei Jahren auf dem BIO Hof auf dem hauseigenen Acker ehrenamtlich – hauptsächlich beim Beikraut entfernen – geholfen habe, hatte ich die Idee, dass auch die anderen Mitglieder von Wedel im Wandel diesen kleinen, sympathischen BIO Hof einmal kennenlernen sollten. Diese Idee wurde sofort begeistert aufgenommen. Somit sind wir an einem Samstag mit 9 Personen von Wedel aus zu dem ca. 20 km entfernten BIO-Hof gefahren. Bevor ich aber nähere Details unseres Besuchs schildere, möchte ich zum besseren Verständnis ein paar Informationen zu dem BIO Hof vorausschicken:
Der BIO Hof befindet sich in Borstel-Hohenraden, im Norden von Pinneberg (vollständige Adresse befindet sich am Ende des Textes). Silvie Schwickart und Jörg Ostermann bewirtschaften zusammen seit einigen Jahren den kleinen idyllischen EU-BIO zertifizierten Bauernhof mit Hofladen im Norden von Pinneberg. Silvie betreibt mit Hingabe und Herzblut den Hofladen mit BIO Lebensmitteln aus eigenen Anbau und den dazu gekauften BIO Produkten, und ihr Mann Jörg bewirtschaftet ebenfalls mit Hingabe und viel Zeit die ca. 25 ha großen Landwirtschaftsflächen, wo Gemüse, Getreide und Kartoffeln u.v.m. angebaut werden. Zum Bauernhof gehört ein großes Gehege mit frei laufenden ca. 180 Hühnern und zwei Ziegen, außerdem haben sie auch noch ein paar „Angler Sattel“ Schweine. Die BIO Eier und das BIO Fleisch von den Schweinen, und dem BIO Galloway Fleisch aus der Region (die Galloways werden auf 15.000 ha wilden Weiden gehalten) werden im Hofladen verkauft.

Eigentlich ist Silvie Schwickart von Beruf Sozialpädagogin, aber schon lange hatte sie von einem eigenen Hofladen geträumt, in dem es nur Bio-Lebensmittel gibt. Auf dem landwirtschaftlichen Betrieb ihres Mannes Jörg Ostermann hat sie sich vor einigen Jahren dann ihren Traum erfüllt, indem sie mit Jörg dort einen alten Kuhstall zum einem gemütlichen Bio-Hofladen mit Vollsortiment umfunktioniert hat.
Nicht nur Jörg, auch Silvie verfügen über umfangreiches Wissen und Kompetenz rund um das Thema BIO Lebensmittel, Produkte und Anbau. Jörg ist eigentlich konventioneller Bauer gewesen und hat angeregt durch Silvie vor einigen Jahren die Landwirtschaft auf biologische Landwirtschaft (EU-BIO Zertifiziert) umgestellt. Auch wenn Jörg ein sehr erfahrener Bauer ist, war es für ihn auch erst einmal eine Umstellung und er musste einiges über biologischen Anbau dazu lernen. Biologischer Anbau bedeutet wesentlich mehr Arbeit, was gerade für einen kleinen nur zwei Personen großen Betrieb eine große Herausforderung ist. Und nicht selten arbeiten beide 7 Tage die Woche. Die Motivation, diese Strapazen auf sich zu nehmen, ist ihr Herzensanliegen, regionale, hochwertige biologische Lebensmittel zu produzieren; quasi frisch vom Acker direkt – ohne Umwege und lange Transportwege – in den eigenen Hofladen. Seit zwei Jahren hat sich eine kleine Gruppe von ehrenamtlichen Helfern gebildet, die regelmäßig Jörg bei der Arbeit auf dem Acker unterstützt, z.B. Beikraut entfernt und Setzlinge einpflanzt. Auch wenn die Helfer schon eine kleine Entlastung darstellen, freuen sich Jörg und Silvie über weitere zusätzliche ehrenamtliche Helfer.

Nun zurück zu unserem Besuch auf dem BIO Hof, der auch manchmal liebevoll „Silvies Hof“ genannt wird. Leider hatten wir am Tag des Besuchs zwar keinen Regen, aber der Himmel war grau und es wehte ein ungemütlicher, kalter Wind. Zunächst haben wir uns den Hofladen von Silvie angesehen, die uns herzlich empfangen hat. In dem kleinen aber gemütlichen Hofladen, der einem Tante Emma Laden ähnelt, waren zu unserer Überraschung ein sehr umfangreiches Sortiment an hochwertigen biologischen Lebensmitteln und anderen Produkten des täglichen Lebens untergebracht und liebevoll präsentiert. Man kann dort sogar Kaffee (oder Tee) und Vollwert-Kuchen bekommen, den man bei gutem und warmen Wetter draußen vor dem Hofladen – umrankt von Hochbeeten mit duftenden Kräutern – genießen kann. Einige von uns haben die Gelegenheit genutzt und haben ihre Wocheneinkäufe getätigt. Nach anregenden Gesprächen mit Silvie haben wir die Äcker und das Hühner-Gehege samt Ziegen, die hinter dem Hofladen sich befinden, aufgesucht. Der Weg dorthin war schwierig, weil die Wege durch den vielen Regen der letzten Tage sehr matschig waren. Leider war auf dem Acker noch nicht viel zu sehen, da die Saison gerade startet. Daher habe ich ein paar Fotos vom Sommer im letzten Jahr diesem Bericht hinzugefügt.



Auf dem Rückweg vom Acker haben wir Jörg auf dem Hof getroffen, der glückerlichweise für uns seine Arbeit unterbrochen und uns einen kleinen Einblick in die Herausforderungen eines kleinen BIO Hofes gegeben hat. Ich fasse dies in Kürze mit meinen Worten zusammen:
– der Hof ist EU-BIO zertifiziert und die Auflagen werden seit Jahren immer umfangreicher, bürokratischer, arbeitsaufwendiger und kostenintensiver für kleine BIO Betriebe. Große BIO-Betriebe können es sich leisten, einen extra Mitarbeiter dafür abzustellen und sie haben auch mehr Geld zur Verfügung, dies kann ein kleiner Betrieb nicht. Die anfallenden bürokratischen Arbeiten müssen neben der vielen harten Arbeit auf dem Hof zusätzlich noch geleistet werden
– Jörg hatte vor kurzem online einen erforderlichen Antrag ausgefüllt und dabei ist ihm ein Fehler unterlaufen, ein Häkchen an der falschen Stelle. Die Behörde hat es aber in sehr kleinlicher Weise nicht gestattet, dies nachträglich zu korrigieren
– die Kontrolleure der Landwirtschaftsbehörde, die die BIO Betriebe regelmäßig prüfen, sind häufig junge studierte Argar-Ökonomen, die wenig Erfahrung in der praktischen Landwirtschaft haben. Die teilweise rigiden Vorschriften gehen nicht selten an der Realität der tatsächlichen Landwirtschaft vorbei. So bekam der BIO Hof kürzlich die Auflage, vor dem Hühnergehege eine Desinfektionswanne (Hygienebad) aufzustellen, die man vor dem Betreten des Geheges durchschreiten sollte
– gerade kleine BIO Betriebe geben daher vorzeitig auf, weil sie den zunehmenden Anforderungen nicht mehr gerecht werden können. Man muss dazu aber erwähnen, dass ein EU-BIO zertifizierter Betrieb, genauso wie die konventionellen Landwirtschaftsbetriebe, auch staatliche Gelder erhält, die man dann bei vorzeitiger Aufgabe zurückzahlen müsste. Das politische Ziel, die biologische Landwirtschaft auf 30% auszubauen, wird nach Jörgs Meinung durch die erwähnten enormen Belastungen sicherlich nicht erreicht werden (zurzeit sind es ca. 12 %)Auch wenn durchs Jörgs Schilderung die Schattenseiten der BIO Landwirtschaft deutlich wurden, sollte dieser Bericht nicht pessimistisch enden, denn trotz dieser Hindernisse, bewirtschaften Silvie und Jörg weiterhin mit großer Leidenschaft ihren Hof und haben ja bereits seit vielen Jahren gute biologische Produkte für die Region erzeugt und damit einen wertvollen Dienst für die Region geleistet. Und vielleicht liest ja der eine oder andere Agrar-Ökonom oder Landwirtschafts-Politiker diesen Bericht und setzt sich für bessere Bedingungen gerade für kleine regionale BIO Landwirtschafts-Betriebe ein. Aber auch, wenn es ein BIO Hof leichtere Bedingungen hätte, wird er ohne Kunden, die die Produkte auch abnehmen, nicht überleben können. Ganz konkret ausgedrückt: Nur wenn möglichst viele Kunden in Silvies Hofladen die biologischen Produkte auch kaufen, kann so einer kleiner BIO Hof überhaupt überleben.
Der Bericht wurde verfasst von Ralf Manthey, ralf-manthey@online.de, April 2023

(der Beitrag enthält Werbung)

Am 2.12.22 haben Ute, Simone, Diego, Jörn und ich von „Wedel im Wandel“ den Unverpackt-Laden „Loses Mundwerk“ in Hamburg-Rissen besucht, um uns den Laden anzusehen und uns mit der Inhaberin auszutauschen und zu vernetzen. Die Gründerin und Ladeninhaberin, Dorit, hatte schon 2016 die Idee für diesen Unverpackt-Laden, weil sie ihren Beitrag leisten wollte, Verpackungsmüll zu reduzieren. Im September 2021 wurde der Unverpackt-Laden nach einjähriger Vorbereitung eröffnet. Schon seit vielen Monaten stand nur noch das Thema Corona im Vordergrund und Nachhaltigkeit rückte medial in den Hintergrund. Trotz der schwierigen Umstände ist es Dorit mittlerweile gelungen, den Laden immer bekannter zu machen und eine kleine Stammkundschaft aufzubauen.
Wir vom „Wedel im Wandel“ haben uns zunächst vor dem Unverpackt-Laden getroffen und dabei fiel uns sofort die liebevolle Weihnachts-Dekoration der beiden Schaufenster ins Auge. Dorit teilte uns anschließend mit, dass sie diese Dekoration (kleine Stern-Girlanden, Schneeflocken aus Watte und stilisierte Weihnachtsbäume aus Karton, siehe Foto oben) in stundenlanger Arbeit selbst angefertigt hat. Die Schaufenster und Ladendekoration werden entsprechend der Jahreszeit auch immer wieder geändert. Beim Rundgang durch den geräumigen Laden ist uns auch positiv aufgefallen, dass er harmonisch (warme dezente Pastell-Töne), stillvoll und liebevoll eingerichtet ist. Wir haben uns jedenfalls sofort dort wohl gefühlt und uns erst einmal im Laden umgesehen und uns mit dem umfangreichen Sortiment vertraut gemacht: Bio-Lebensmittel, Naturkosmetik, Öko-Reinigungs-mitteln und die Zero-Waste-Haushaltswaren werden ergänzt durch bezauberndes Kinderspielzeug, umweltfreundliche Schreibwaren, interessante Bücher u.v.m. Besonderer Tipp von Dorit: die Haselnüsse aus deutschem Anbau, die Cashews mit Rosmarin & Thymian, und vor allem die veganen schokolierten Marshmallows, die sehr lecker schmecken (das kann ich bezeugen, weil ich sie selbst gegessen habe).


In diesem Unverpackt-Laden werden, wenn möglich, bevorzugt regionale Produkte angeboten. Für die unverpackte Ware ist es natürlich am besten, wenn der Kunde Stoffbeutel, Gläser oder Dosen mitbringt, aber man kann dort auch Behälter kaufen oder von Kunden gespendete Gläser kostenlos erhalten. Die Behälter wiegt man vor dem Befüllen, damit man auch nur den Inhalt bezahlt.
Abschließend haben wir uns noch mit Dorit über die allgemeine Situation der Unverpackt-Läden ausgetauscht. Aufgrund der aktuellen Situation, mit den Herausforderungen wie Coronakrise und Preissteigerungen aufgrund von erhöhten Energiekosten, haben es auch Unverpacktläden momentan sehr schwer. In Hamburg haben bereits drei Unverpacktläden in diesem Jahr schließen müssen, ein vierter meldete Insolvenz an und wurde in letzter Sekunde übernommen.
Uns von „Wedel im Wandel“ ist es daher ein großes Anliegen, dass dieser sympathische Unverpackt-Laden mit der engagierten Inhaberin im Zentrum von Hamburg-Rissen uns noch lange erhalten bleibt und wünschen Dorit weiterhin viel Erfolg und natürlich möglichst viele Kunden.
Adresse
Unverpackt-Laden „Loses Mundwerk“
Inhaberin: Dorit Hinrichsen
Am Rissener Bahnhof 15
22559 Hamburg
Tel. 040 – 33 44 12 34
Handy: 0152 – 08 07 53 66
Webseite: www.losesmundwerk.de
Mail: losesmundwerk@posteo.de
Öffnungszeiten
Mo – Fr 9 -19 h, Sa 9 – 16 h
Anfahrt
der Unverpacktladen befindet sich unmittelbarer Nähe der S-Bahn Station „Rissen“ (S1)
Nachtrag
Ich habe Dorit einen von mir hergestellten „Beutelbaum“ angeboten, der aller Voraussicht im Januar 2023 im Unverpackt-Laden stehen wird und für Kunden Stoffbeutel bereit hält.

gez. Ralf Manthey, 3.12.2022

„Klimawandel? Ach, hör auf!“ – „Ja, wir hatten eine Folge von heißen Sommern, ja, o.k., in ziemlich dichter Folge, ja, muss ich zugeben. Ich hab‘ mir deshalb jetzt fürs Haus ’ne Klimaanlage gekauft. Und schon kann das Leben weitergehen!“ – „Ja, stimmt schon, die frisst ’ne ganze Menge Strom, aber Strom ist ja billig bei uns. Das sollte unsere vielen Kraftwerke ja wohl nicht jucken, auch nicht, wenn sich ein paar mehr Leute ’ne Klimaanlage holen, dann müssen die halt ’n Brikett mehr auflegen und schon stimmt die Sache.“ – „Dadurch mehr CO2-Emissionen? Verstärkt den Klimawandel noch mehr? Ach was, kann nicht sein.“ – „Noch wärmer? Tja, wenn diese Klimaanlage es nicht mehr schafft, dann muss eben ’ne größere her! Ist doch ganz einfach! So kurbelt man die Wirtschaft an!“

Anmerkung des Autors: Das hier dargestellte einseitig mitgehörte Telefonat ist rein fiktiv und hat mit den abgebildeten Anlagen nichts zu tun. Die beiden Fotos sind im August 2020 in Wedel entstanden. Die dahinter liegenden persönlichen Geschichten sind mir nicht bekannt und eine Wertung steht mir deshalb in keiner Weise zu.
Text und Fotos: JK

Die VerkehrsWENDE soll Fußgänger*Innen, Radfahrer*Innen und dem ÖPNV auf öffentlichen Straßen und Wegen mehr Platz gewähren. Die immer schneller voranschreitende Klimaerwärmung und das Artensterben, die Umweltverschmutzung und die Corona-Krise haben ein Umdenken in großen Teilen der Bevölkerung angestoßen.

Wedel-im-Wandel hat diese Wende durch viele Aktivitäten sicher auch mit unterstützt. Die Ideen der ÖPNV-Gruppe (waren eine zeitlang hier online) wurden größtenteils von den Grünen unterstützt, erweitert, im Planungsauschuss einstimmig zugestimmt und liegen jetzt bei dem KViP (Pinneberger Verkehrsbetriebe) auf dem Tisch: Expressbuslinien nach Elmshorn und Pinneberg, eine Ringbuslinie in Wedel, eine verbesserte Taktung der S-Bahn und der Busse. Das 30,-€-Ticket für AZUBIS (Großraum) ist bereits für den gesamten Kreis Pinneberg zum 1.Januar 2021 zugesagt.
Die Stadt Wedel hat die Planung der MobilitätsWENDE einer Mobiltätsmanagerin Frau Pöppelmann übertragen, ARGUS soll das Verkehrskonzept erstellen. Die Öffentlichkeit soll zu ihrem Mobilitätsverhalten und ihren Wünschen befragt werden. Ab Montag dem 21.9.2020 sind alle Bürger*Innen aufgerufen an einer Online-Befragung teilzunehmen: Onlinebeteiligung Mobilitätskonzept Wedel
Eine Mobilitäts-WENDE , die das Leben in der Stadt menschlicher, gesünder, umweltfreundlicher machen möchte, braucht eine rege Diskussion unter den Bürger*Innen und eine große Unterstützung besonders der Menschen, die die Wende voranbringen wollen. Deshalb wäre es schön, wenn alle diese Gelegenheit nutzten, an dieser Befragung mit guten Vorschlägen und euren Wünschen teilzunehmen.

Sicherlich würden mehr Menschen aufs Fahrrad /ÖPNV umsteigen, wenn wir sicherere und gut ausgebaute Radwege in Wedel hätten bzw. der ÖPNV schneller und pünktlicher wäre. Es geht nicht um den Verzicht aufs Auto, sondern darum bequemer, schneller, sicherer und gesünder zum Ziel zu kommen. Kurz: die Mobilitätswende soll FREUDE machen! Nur so schaffen wir den Umwelt- und Klimaschutz für unsere Zukunft!
Text: RBV
Fotos: RBV und JK

Der „Beutelbaum“ ermöglicht Konsumenten kostenlos, statt Pastiktüten, einen Stoffbeutel zu verwenden und fördert somit ein nachhaltiges und umweltfreundliches Kauf-Verhalten. Ein Beutelbaum wird dazu i.d.R. am Eingang eines Geschäftes oder einer Einrichtung für den Kunden sichtbar aufgestellt. Der Kunde kann sich einen Stoffbeutel nehmen und diesen behalten und weiter verwenden oder nach Verwendung wieder zurückbringen oder selbst einen Stoffbeutel spenden.
Beutelbäume gibt es schon seit einigen Jahren vermehrt in der ganzen Bundesrepublik. Sie erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, weil Beutelbäume relativ kostengünstig, zeitsparend und leicht herzustellen sind. Teilweise sind Beutelbäume nur aus einem schlichten Stamm und ein paar Aufhängevorrichtungen produziert. Es gibt aber auch komplexere und kreativere Beutelbäume – der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt! Die Beutelbäume sollten aber ihren eigentlichen Zweck erfüllen und standfest sein.
Ich bin seit einiger Zeit Teilnehmer der Wedeler Intiative „Wedel im Wandel“ und gleichzeitig bin ich Teilnehmer der dazugehörigen „Wandelgruppe Abfallvermeidung“. Im Zusammenhang mit anderen Projekten zum Thema Müll- bzw. Plastikvermeidung kam die Idee auf, auch Beutelbäume für die Geschäfte bzw. Einrichtungen in Wedel herzustellen. Zunächst habe ich – da ich im Keller eine kleinen Werkraum habe – einen Prototypen eines Beutelbaums hergestellt (s. Abbildung des grünen Beutelbaums), welcher den Geschäften bzw. Einrichtungen in Wedel angeboten wird.

Im März 2020 wurde nun in der Stadtbücherei von Wedel der erste Beutelbaum, eine kreative und kindergerechte Abwandlung, aufgestellt (s. Abbildung des Känguru – Beutelbaums).
Beide hier abgebildeten Beutelbäume haben übrigens zusätzlich auch einen Flyerkasten mit nachhaltigen Tipps und Adressen. Eigentlich ist fast jede Person mit ein wenig handwerklichem Geschick in der Lage, einen einfachen und kostengünstigen Beutelbaum zu bauen. Dies erwähne ich so ausdrücklich, da ich mir wünsche, dass möglichst viele Beutelbäume in Zukunft hergestellt werden und sich dieses einfache Prinzip des Beutelbaums weiter verbreitet. Es gibt viele Möglichkeiten, einen Beutelbaum herzustellen: allein oder gemeinschaftlich mit Projektgruppen, Schülern oder Auszubildenden, Rentnern oder als Familienprojekt.
Meine beiden hier abgebildeten Beutelbäume sollen diesbezüglich nur eine Anregung darstellen.
Interessierte können aber die Baupläne (mit Kostenaufstellungen) beider Beutelbäume kostenlos erhalten, um sie nachzubauen. Interessierte Inhaber von Geschäften und Einrichtungen können einen Beutelbaum bei mir bestellen (gegen Erstattung der Materialkosten) oder sie bekommen nur die Baupläne, um sie selbst herzustellen oder als Anregung für eigene Kreationen. Natürlich besteht die Möglichkeit, den Beutelbaum entsprechend der inviduellen Bedürfnisse abzuwandeln.
Kontakt: Ralf Manthey, ralf-manthey@online.de, 0173 – 82 88 261

Ach ja, die Liebe! Zwei finden sich, verlieben sich und ein paar Kapitel später wird dann geheiratet. Und alle feiern mit und freuen sich! Konfetti! „Eleanor Rigby picks up the rice in the church where a wedding has been“ sangen einst die Beatles. Ja damals nahm man ein Naturprodukt, um damit zu werfen. Heute geht man in so einen Billig-Laden und kauft in eine Plastiktüte mit unendlich vielen, aus glänzender roter Plastikfolie ausgestanzten Herzchen und wirft sie hoch, so dass sie wie eine flatternde Wolke auf das Brautpaar herniederregnen. Wie schön! Und wenn man schon im Billig-Laden ist, dann kann man ja auch gleich noch ein paar farblich dazu passende herzförmige Ballons mitnehmen und diese dann beim demselben Anlass fliegen lassen. Wie herzallerliebst!
Heute dürfen bei der Trauung aus bestimmten Gründen, na, Sie wissen schon, nicht so viele Gäste dabei sein. Also trifft sich die ganze Gästeschar danach mit dem Brautpaar an einem entlegenen Ort, an dem wohl niemand etwas sagen wird, wenn da so viele Leute auf einem Haufen zusammenkommen. Also irgendwo in der Natur, zum Beispiel direkt an der Elbe. Hier wird dann das Brautpaar in die rote Konfettiwolke gehüllt und die Ballons dürfen starten. Partystimmung, Sektkorken knallen, Fröhlichkeit!

Der eine Ballon schafft einen Flug von ganzen drei Metern, dann
verheddert er sich mit seinem Bändsel in den Zweigen eines Busches, ach
wie schade! Naja, Sekt austrinken und dann geht es ab zur eigentlichen
Feier, juhu!
Ein paar Tage später komme ich an diesen Ort an der Elbe. Überall am
Boden im großen Umkreis verteilt und auf den Blättern umstehender Büsche liegen oder kleben rote Herzen aus dünner Plastikfolie. Der Regen hat bereits begonnen, die Herzen wegzuspülen und sie in Richtung Elbe zu transportieren. Der Ballon hängt noch immer im Busch. Keine arme Eleanor Rigby kommt und sammelt die Herzen auf. Was sollte sie damit auch? Die sind einfach nur unnütz, die kann man nicht kochen und essen. Und die Hochzeitsgäste haben über die Zukunft der Herzchen erst recht nicht nachgedacht. Auf den Hochzeitsfotos sind sie zu sehen, alles was danach kommt ist egal.

Also werden Regen und Wind letztlich dafür sorgen, dass Herzchen und der irgendwann schlapp gewordene Ballon in der Elbe landen. Ging nicht gerade vor kurzem mal wieder eine Schreckensmeldung durch die Presse, wie unendlich viel Mikroplastik inzwischen an den entlegensten
Stellen der Meere zu finden sind? Keine Ahnung, wie das da hinkommt! Also, bei der nächsten Hochzeit setzen sich vorher alle zuhause eine Stunde lang mit Locher und Altpapier auf das Sofa und dann wird umweltfreundlicheres Konfetti säckeweise selbst gemacht! Versprochen?
Text und Bilder JK


Viele Dichter haben ihn in Worten verehrt, viele Komponisten fanden es angemessen, diese Worte anschließend zu vertonten, den deutschen Wald.
Ich habe heute mal nachgeschaut, wie sich das heute so anfühlt, echt im Wald zu sein.
Eine entlegene Stelle ohne Wege, ein versteckter mooriger Teich mit einer Insel in der Mitte. Stundenlang habe ich dagesessen und bin so leise wie möglich durchs Unterholz geschlichen und habe alle Eindrücke in mich (und meine Kamera) aufgesogen.

Ach ja, Müll eigesammelt habe ich nebenbei auch noch.
Und erst als ich auf dem Rückweg zu meinem Fahrrad am großen Waldweg war, habe ich wieder Menschen getroffen. Sehr schöne Stunden waren das.
Kopf ist wieder frei, Seelenlage wieder im Lot, Gelassenheitsvorrat wieder aufgefüllt. Die Ruhe des Waldes mit Windgeräuschen, Vogelgezwitscher, Spechtgehämmer, Knacken von Zweigen ist doch etwas ganz anderes als die sterile Stille einer von innen verschlossenen Wohnung.

Also, irgendwas scheint dran zu sein am deutschen Wald, wobei mir das „deutsch“ dabei überhaupt nicht wichtig ist.
Wo ich genau gewesen bin? Nicht weit von hier, nur ein paar Kilometer
von zuhause. Mehr verrate ich nicht.
Text und Fotos: JK

Wie ich den 5. Klimastreik am 24.04.2020 erlebt habe. Ich beteilige mich schon seit einiger Zeit an der nachhaltigen Wedeler Initiative “Wedel im Wandel”. Letztes Jahr habe ich mit einigen anderen Teilnehmern von Wedel im Wandel am Klimastreik in Hamburg teilgenommen (in Wedel gab es leider keine Aktion). Diese Demo in Hamburg hatte mir sehr gefallen, so freute ich mich schon auf den 5. Klimastreik, der aber leider wegen der Corona Krise diesmal nicht in Form öffentlicher Veranstaltungen durchgeführt werden konnte, sondern stattdessen im Internet. Auf der Webseite von Fridays for Future habe ich mich bereits am 23.4. für die Netz- Demo angemeldet und konnte mich dort auch auf einer Karte eintragen. Außerdem konnte man sich auf der Webseite ein Profilbild mit Aufruf zum Streik selbst erstellen, welches man wiederum an Freunde senden konnte, um sie zum Klimastreik einzuladen. Angeregt durch die vielen Plakate, die ich im Internet gesehen habe, habe ich dann auch ein eigenes Plakat (Banner) angefertigt, welches ich vor meinem Mietshaus an einem Zaun gehängt habe, an dem viele Menschen am Tag vorbei kommen (siehe Beitragsbild). Andere Teilnehmer von Wedel im Wandel haben auch Banner angefertigt, die sie bei sich in der Nähe aufhängten. Die Bilder von unseren Bannern haben wir uns dann gegenseitig zugesendet (siehe Fotos unten). Somit hatte ich das gute Gefühl, dass man durch den Banner sich doch noch in der Öffentlichkeit darstellen konnte, und vielleicht so noch den einen oder anderen Mitbewohner daran erinnern konnte, dass trotz der Corona Krise der Klimaschutz nicht vergessen wird.
25.4.20, Ralf Manthey

Foto: FT

Foto: KK

Jeden Tag radele ich an einem Stück der Bundesstraße B431 entlang und jedes Mal schauen mich so einige Plastikdinge an, die im am Straßenrand herumliegen. Ich frage mich also: Warum eigentlich nur Müll im Rahmen einer großen Aktion sammeln?

Die Sonne lacht und ich nehme den blauen Müllsack, der im Graben sein Dasein fristet als Anlass ihn mitzunehmen und die nächsten 15 Minuten alles in ihn hinein zu füllen, was mir an Müll begegnet. 15 Minuten sind gar nicht viel und meine Ausbeute dafür recht beachtlich.
Ich freue mich, einfach mal angefangen zu haben mit einem kleinen Beitrag für weniger Plastikmüll entlang einer langen Straße. Innerlich lächelnd schaue ich in den blauen Himmel und auf meinen blauen Sack.
Autor und Fotos: SP
Die Corona-Krise bewegt etwas in Dir, in mir, in uns. Wir fragen uns nun, wie geht es Dir damit? Was beschäftigt Dich?

Wir möchten eine kreative Auseinandersetzung mit dem Thema anstoßen und bitten Dich, uns ein Foto zu senden, dass Dein Gefühl oder Deine innere Welt zum Thema Corona widerspiegelt.

Unser leidenschaftlicher Hobbyfotograf hat bereits einige Eindrücke eingefangen. Mit zwei Fotos von ihm zu diesem Thema möchten wir die Aktion starten. Sobald wir mehrere Fotos erhalten haben, werden wir diese anonym oder auf Wunsch auch mit Namen in einem weiteren Blogbeitrag veröffentlichen.
Also was macht Corona mit Dir? Wir freuen uns auf ein Foto dazu von Dir bis zum 15.05.2020!
Herzliche Grüße und bleib gesund!
Ute & Susann für Wedel im Wandel
Fotos an: info(äd)wedel-im-wandel.de
…und übrigens frohes Osterfest! 😉

Fotos: JK, Text: SP
Wie sollte der ÖPNV in Wedel aussehen, damit wir das Auto häufiger stehen lassen?
Unsere „Wandelgruppe ÖPNV“ hat sich Buslinien und Verbindungen in Wedel und Umgebung genauer angesehen. Die Eindrücke und Ergebnisse der Recherche wurden auf Plakaten festgehalten.
Als Online-Ausstellung möchten wir Euch das Ergebnis vorstellen und Euch einladen, weitere Vorschläge in den Ring zu werfen.
Passender Weise führt gerade der Kreis Pinneberg eine Online-Befragung zu diesem Thema durch. Eine Teilnahme ist noch bis zum 11.04.2020 möglich: https://www.umfrageonline.com/s/139a5db
Der Gang durch unsere Ausstellung kann beginnen:














Die Ausstellung endet an dieser Stelle mit der Frage: Hast Du weitere oder andere Ideen für einen besseren ÖPNV in Wedel? Wenn ja, bitte schreibe sie uns und nimm an der Umfrage des Kreises Pinneberg teil!
VIELEN DANK für Deinen Besuch der Ausstellung! Wir freuen uns auf Deine Ideen!
Plakate: Rosemarie für die Wandelgruppe ÖPNV
Kontakt für Ideen und Anregungen: info@wedel-im-wandel.de
Es könnte sein, dass in Italiens Häfen die Schiffe für die nächste Zeit brach liegen, … es kann aber auch sein, dass sich Delfine und andere Meereslebewesen endlich ihren natürlichen Lebensraum zurückzuholen dürfen. Delfine werden in Italiens Häfen gesichtet, die Fische schwimmen wieder in Venedigs Kanälen!

Es könnte sein, dass sich Menschen in ihren Häusern und Wohnungen eingesperrt fühlen, … es kann aber auch sein, dass sie endlich wieder miteinander singen, sich gegenseitig helfen und seit langem wieder ein Gemeinschaftsgefühl erleben.
Es könnte sein, dass die Einschränkung des Flugverkehrs für viele eine Freiheitsberaubung bedeutet und berufliche Einschränkungen mit sich bringt,… es kann aber auch sein, dass die Erde aufatmet, der Himmel an Farbenkraft gewinnt und Kinder in China zum ersten Mal in ihrem Leben den blauen Himmel erblicken. Sieh dir heute selbst den Himmel an, wie ruhig und blau er geworden ist!
Es könnte sein, dass die Schließung von Kindergärten und Schulen für viele Eltern eine immense Herausforderung bedeutet,…es kann aber auch sein, dass viele Kinder seit langem die Chance bekommen, selbst kreativ zu werden, selbstbestimmter zu handeln und langsamer zu machen. Und auch Eltern ihre Kinder auf einer neuen Ebene kennenlernen dürfen.
Es könnte sein, dass unsere Wirtschaft einen ungeheuren Schaden erleidet,… es kann aber auch sein, dass wir endlich erkennen, was wirklich wichtig ist in unserem Leben und dass ständiges Wachstum eine absurde Idee der Konsumgesellschaft ist. Wir sind zu Marionetten der Wirtschaft geworden.

Es könnte sein, dass dich das auf irgendeine Art und Weise überfordert, … es kann aber auch sein, dass du spürst, dass in dieser Krise die Chance für einen längst überfälligen Wandel liegt,
– der die Erde aufatmen lässt,
– die Kinder mit längst vergessenen Werten in Kontakt bringt,
– unsere Gesellschaft enorm entschleunigt,
– die Geburtsstunde für eine neue Form des Miteinanders sein kann,
– der Müllberge zumindest einmal für die nächsten Wochen reduziert,
– und uns zeigt, wie schnell die Erde bereit ist, ihre Regeneration einzuläuten, wenn wir Menschen Rücksicht auf sie nehmen und sie wieder atmen lassen.
Wir werden wachgerüttelt, weil wir nicht bereit waren es selbst zu tun. Denn es geht um unsere Zukunft. Es geht um die Zukunft unserer Kinder!!!
Text: Tanja Draxler
https://www.tanjadraxler.com/blog/es-koennte-sein/
Fotos: Hände: JR, Blüten: SP
Ja, ich gebe zu, im Winter geht es einfach nicht ohne die süßen Begleiter wie Kekse oder Kuchen. Die fehlende Sonne ist durch etwas anderes, schmeichelndes zu ersetzen: Süße Leckereien sind da eine gute Option finde ich.

Immer wieder ist es zu lesen: Unsere Nahrung hat großen Einfluss auf unser Klima und veganes Essen ist am klimafreundlichsten. Also versuche ich meinen Speiseplan durch immer mehr vegane Gerichte zu erweitern. Auch an das vegane Backen wage ich mich immer öfter heran. Und die Ergebnisse schmecken und können sich sehen lassen. Hier ist mein neuster Versuch: Vegane Schoko-Cookies.
Zutaten:
200g helles Mehl
100g Margarine
85g Zucker
1 MS Backpulver
1 Prise Salz
1 EL gemalener Leinsam
2 EL Wasser
2 EL Rum (oder Wasser)
1 TL Kaffeegewürz (oder Zimt)
100g gehakte Zartbitterschokolade

Alle Zutaten in eine Schüssel geben und mit den Händen zu einem steuseligen Teig verkneten.
Daraus dann die Kekse formen und auf ein Backblech setzen.
Bei 165°C auf der mittleren Schiene im Backofen ca. 30 min backen und anschließend auf einem Rost auskühlen lassen.
Guten Appetit!

Text und Fotos: SP

„Hier ruhet Ahlke Ahlke Pott
Bewahr my lefe Herre Gott,
As ick die wull bewahren
Wenn Du wehrst Ahlke Ahlke Pott
Und ick waehr leve Herre Gott.“
So steht es im Bad Doberaner Münster außen an der Rückwand des Chorgestühls, dort habe ich den Text im Urlaub, versteckt hinter davor aufgestellten Grabplatten, entdeckt. Es ist die Inschrift eines bescheidenen Grabmahls. Andere Grabmähler in dieser großen Kirche sind oft sehr imposant ausgestaltete Darstellungen der Verstorbenen.
Ich finde, über diesen kurzen Text der Inschrift kann man mal nachdenken. Verhält man sich gegenüber Anderen immer so, dass es einem recht wäre, müsste man plötzlich mit dem Anderen die Rollen tauschen? Die verstorbene Frau jedenfalls schien sich da ihrer Sache ziemlich sicherzu sein. Und Du?
Text und Foto: JK
Ein Jahr geht zu Ende und ein neues beginnt. Der Zeitpunkt des Jahreswechsels wird oft genutzt, um einmal inne zu halten und das alte Jahr Revue passieren zu lassen. Es kommen einem schöne Erinnerungen und auch Dinge, die nicht so gut gelaufen sind in den Sinn. Für viele ist es ebenfalls eine Zeit der guten Vorsätze für das kommende Jahr.
Wir, von Wedel im Wandel, haben ebenfalls einmal zurück geblickt auf das Jahr 2019 und uns tüchtig gefreut, was wir dann doch so geschaffen haben! Mit diesem Beitrag möchten wir Euch auf eine kleine Reise durch unsere Aktionen im letzten Jahr mitnehmen. Wir fangen einfach mal rückwärts an:

29. November
Einige Wedel-im-WandlerInnen sind bei dieser und auch schon vorherigen Demos der Fridays for Future Bewegung aktiv dabei.

23. November
Unsere Veranstaltung „Wertschätzen statt wegwerfen“ mit vielen Mitmachaktionen in der Stadtbücherei Wedel

22. November
Im Wandelkino zeigten wir den Film RE:Think mit anschließender Diskussion

1. Oktober
Auf der 4. Wedeler Klimaschutzkonferenz leiteten wir einen Workshop zum Thema: Wie kann Wedel mit mehr essbarem Grün ausgestaltet werden?

1. September
Aktive Teilnahme am Sommerfest des Regionalparks Wedeler Au mit einer Mitmachaktion für Kinder

28. September
Es erfolgt die zweite Kleidertauschparty für Frauen, da die erste so großen Anklang fand!

26. und 27. August
Wir beteiligen uns an dem Filmdreh für das Netzwerk „Wedel ist regional“ und werden zu Laiendarstellern 🙂

16. Juni und die Woche davor:
Wedel-im-WandlerInnen treten für die Aktion Stadtradeln und auf der großen Fahrradsternfahrt zum Hamburger Rathaus kräftig in die Pedalen.

14. Juni
Es gibt den Film More than Honey in der Stadtbücherei Wedel zu sehen. Auch wieder mit anschließender Diskussion und es werden praktische Beispiele für einen bienenfreundlichen Garten gezeigt.

25. Mai
Wir präsentieren Wedel im Wandel mit einem Stand auf der Wedeler Kulturnacht in der Stadtbücherei.

Mai und Juni
Wir gestalten ein Regalfach in Haspa Wedel und stellen Wedel im Wandel vor.

22. Mai
Auf dem Spielplatz Anne-Frank-Weg wird ein Hochbeet gemeinsam mit dem Kinderschutzbund Wedel und den Nutzern des Spielplatzes angelegt.

23. März
Wedel im Wandel ist tatkräftig bei der Aktion „Wir sammeln Müll für ein sauberes Schleswig-Holstein“ dabei.

9. März
Die erste Kleidertauschparty für Frauen in der Stadtbücherei Wedel

2. März
Die Wandelgruppe „Wedel – genial, grün, eßbar“ besucht den Permakulturgarten des TIFU im Volkspark Hamburg.

16. – 17. Februar
Das Jahr beginnt mit einem zweitägigen Workshop der „Transition-Town-Bewegung“ und der Frage, wie wir eine Umsetzung in Wedel gestalten können, in der VHS Wedel.
All diese tollen Veranstaltungen und Aktionen wären nicht möglich, wenn sich nicht das ganze Jahr über so viele aktive Menschen regelmäßig bei unseren Freitagstreffen und Treffen der einzelnen Wandelgruppen aktiv eingebracht hätten!
Es fällt mir auf: Diese Auflistung ist nicht vollständig! Wie viele Gespräche gab es, die hier nicht genannt sind. Dann wurde noch ein ganzer Nachmittag im November über Ziele von WiW diskutiert. Es nahmen immer wieder einige an Veranstaltungen unserer Netzwerkpartner teil oder unterstützten diese. Und unsere Wandelgruppen, die eher im Hintergrund aktiv sind sollen noch erwähnt werden: Unsere Kern- oder Orgagruppe, die Internetgruppe und unsere Beziehungsgruppe, die mit viel Zeit und Tatkraft in 2019 den Wandel in Wedel ein Stück weiter voran gebracht haben.
DANKE an ALLE für Euren Einsatz, die Welt ein Stück freundlicher und nachhaltiger zu gestalten!
Autor: SP

„Wenn du was machst, dann mach es richtig.“
„Allein wirst du die Welt auch nicht retten können.“
„Das Handeln des Einzelnen hat doch eh keine Auswirkungen. Da muss die Politik was ändern.“
Jeder, der sich mit dem Klimawandel, Umweltschutz oder ökologischer Lebensweise auseinander setzt, hat sicherlich einen, wenn nicht alle dieser Sprüche in irgendeiner Weise gehört. Ich auch. Teilweise hintereinander weg. Und dann? Dann kommst Du geknickt nach Hause, willst Dich nur noch unter der Decke verstecken und morgen nicht mehr aufstehen. Bringt ja eh alles nichts…
… aber das ist falsch! Stell Dir vor was wäre, wenn tausende, Millionen Menschen so denken würden wie Du – sei es, dass sie jetzt vegan(er) essen, nicht mehr fliegen, ihr Auto verkaufen, nur noch bio und fairtrade einkaufen möchten. Und jeder sagt ihnen: „Das bringt doch eh nichts!“. Und keiner von ihnen glaubt es. Auf einmal ist es nicht mehr der Einzelne, der handelt und versucht die Welt zu retten – sondern tausende. Tausende Autos weniger, tausende Fluggäste weniger, tausend Veganer (oder Vegetarier) mehr, die jetzt anderen davon erzählen können, dass das alles eigentlich gar nicht so kompliziert ist.
Aber wie ist die Reaktion der anderen? Nicht selten ein: „Gut, Du ernährst Dich jetzt vegan, aber vor Deiner Tür steht immer noch ein Auto.“ Und schon wird aus dem Hochgefühl, mit dem Du von Deinen ersten zwei Monaten ohne Salami (die nicht so schwierig waren wie gedacht), ein schlechtes Gewissen, weil Du doch nicht genug tust.
Aber es ist genug. Gut, vielleicht ist es nicht perfekt, aber wer braucht schon perfekt? Wenn wir in allem, was wir tun, nach Perfektionismus streben würden, würden wir dann überhaupt jemals fertig? Natürlich muss doch eine gewisse Prise Motivation hinter Deinen Handlungen stehen, aber was ist schon perfekt? Wer entscheidet, wann was perfekt ist?
Niemand braucht perfekt, auch, wenn manche Berichte, Menschen oder soziale Netzwerke uns das gerne glauben machen wollen. Dazu gibt es die passende Aussage zum Thema Zero Waste: „Wir brauchen nicht einen, der Zero Waste perfektioniert hat. Wir brauchen viele, die Zero Waste unperfekt umsetzen!“ Diese Aussage lässt sich meiner Meinung nach auf alle anderen Bereiche, die irgendwie mit nachhaltiger und ökologischer Lebensweise zusammenhängen übertragen. Denn dadurch erreichen wir in Summe viel mehr: viel weniger Müll, viel mehr Menschen, die darüber reden, viel mehr Menschen, die einen Weg „So kann es gehen“ vor die Nase gesetzt bekommen.
Du möchtest Dich vegan ernähren, kannst aber auf den Käse auf der Pizza ab und an nicht verzichten? Dann tu es nicht. Achte darauf, was Du isst, aber wenn Du mal „sündigst“, gib nicht auf. Es ist mehr als andere tun.
Du fährst jeden Tag alles mit dem Fahrrad und Bus und Bahn, aber wenn das Wetter wieder fürchterlich norddeutsch ist, nimmst Du doch das Auto zum Einkaufen? Na und? Dann ist das halt einmal so. Frag vielleicht Deine Nachbarn, ob Du sie mitnehmen oder ihnen etwas mitbringen sollst. Dann lohnt sich das zumindest.
Du kaufst immer im Unverpackt-Laden oder auf dem Markt, aber gerade bist Du so müde, dass Du für morgen einfach nicht vorkochen magst? Auch, wenn das bedeutet, dass Du vielleicht Essen bestellen oder Dir etwas TO-GO mitnehmen musst? So ist das halt. In einigen Imbissen kannst Du mittlerweile Deine eigenen Behälter mitbringen – oder Du setzt Dich halt in das entsprechende Restaurant und isst da. Es gibt auch viele Möglichkeiten, wie Du Dir mittags in weniger als 10 Minuten ein leckeres, gesundes und Abfallsparendes Mittagessen zaubern kannst.
„Einfach mal anfangen“ ist das Motto von Wedel im Wandel und das sollte einfach jeder mal ausprobieren. Denn sobald Du mit irgendetwas angefangen hast und merkst, wie einfach es ist oder auch dass es für Dich gerade nicht passt, kannst Du einfacher nach neuen Möglichkeiten suchen. Die eine Sache hast Du ja ausprobiert, wirst sie beibehalten oder eben nicht. Stück für Stück wächst Du in Dein nachhaltiges, ökologisches Leben und irgendwann wirst Du einen Stand erreicht haben, mit dem Du zufrieden bist. Denn das ist trotz Weltretter-Ambitionen das Wichtigste.
Lass Dich nicht unterkriegen von all denen, die sich nicht trauen anzufangen, und nicht verunsichern von all denen, die ihr Leben scheinbar schon perfektioniert haben. Irgendwann wirst Du einer Person begegnen, die sich freut, dass Du genauso handelst wie sie – oder die Du vielleicht sogar inspirieren kannst einfach mal anzufangen.

Text: JG

Wenn man jung ist, will man die Welt verändern. Das sagen die Erwachsenen manchmal. Und dann erzählen sie von Grenzen, an die wir stoßen werden. An Grenzen, an die sie gestoßen sind? Vielleicht. Grenzen, die uns aufhalten sollten? Herausforderungen, denen wir nicht gewachsen sind? Vielleicht.
Aber dann stehe ich in der Mittagspause in der Schlange vor der Essensausgabe und höre gleich zwei Schülerinnen nach ihrem veganen Mittag fragen. Und beide bekommen ihren Teller mit ihrer veganen Mahlzeit. Und alle haben gesehen, dass das geht. Dass man nur eine Nachfrage von einem klimafreundlicheren Mittag entfernt ist.
Dann fehlen Freitags auf einmal spürbar viele Schüler und jeder weiß, wo sie sind. Auf den „Fridays For Future“ Demonstrationen. Und zur gleichen Zeit sitzen Mengen an Schülern in den S-Bahnen, mit bunten Plakaten und freuen sich über erstaunte Gesichter von unwissenden Passanten. Sie freuen sich, weil sie merken, wie merkbar sie sind.
Dann ist im Klassenraum der Ärger auf einmal groß, wenn das Licht oder der Beamer über Nacht an war. Und es sind nur selten die Lehrer denen das auffällt. Wir sind es. Die Schüler.
Dann wird beim Einkaufen für das Wochenende auf einmal nicht nur auf den Preis geachtet. Jutebeutel sind jetzt angesagt, Plastiktüten ernten böse Blicke. Second-Hand Kleidung, Zahnputztabletten, kein Palmöl, wie machen wir das eigentlich Weihnachten?
Dann öffnen sich auf einmal Türen. Und nicht jeder geht durch. Zu wenige gehen durch. Und wir können auch nicht durch alle Türen gleichzeitig gehen. Und durch manche auch gar nicht. Aber die Türen sind geöffnet. Weil wir die Türen geöffnet haben.
Wenn man jung ist, will man die Welt verändern. Ja, wir wollen die Welt verändern. Und wir haben schon angefangen damit.
Ich glaube, für uns ist das einfacher. Das einfach mal anfangen. Einfach mal kein Fleisch essen. Einfach mal nicht das Shampoo in der Plastikflasche kaufen. Vielleicht, weil wir noch ein bisschen naiver sind. Weil wir noch daran glauben, eine Veränderung bewirken zu können. Weil wir erst in wenigen festgefahrenen Strukturen hängen. Weil wir eine Zukunft für unsere Kinder brauchen. Weil wir vor gar nicht so langer Zeit selber noch Schneemänner gebaut haben. Weil in uns noch immer so ein großer Wunsch nach weißen Weihnachten ist. Weil uns der Raum gegeben wird, in der Schule, um zu diskutieren. Zu inspirieren. Zu lernen, voneinander und miteinander. Weil wir noch gar nicht so richtig angefangen haben zu leben. Selbstbestimmt zu leben. Und weil wir, wenn wir anfangen, alles richtig machen wollen.
Das ist nur ein ganz persönlicher Eindruck. Eine Meinung. Meine Meinung. Aber damit hat es doch angefangen, oder? Mit Meinungen und Stimmen, die laut geworden sind.